Unzufrieden mit der Gesamtsituation: Werdohler legt sich betrunken auf Kreuzung

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Auf diese Kreuzung legte sich der Werdohler am 6. Dezember.

Werdohl - Verschiedene Anliegen bewegten einen 35-jährigen Werdohler, der sich am 6. Dezember mitten auf die große Kreuzung an der Einmündung des Höhenweges setzte

„Wenn er angetrunken ist, dann glaubt er, dass zu viele Autos auf der Straße sind und dass er sie stoppen muss“, erklärte sein Anwalt im Amtsgericht Altena. 

Dort musste sich der Angeklagte wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung verantworten. Dass ihn nicht nur die durchaus nachvollziehbare Klage über zu viel Autoverkehr, sondern auch die angeblich unbefriedigende „Gesamtsituation in Deutschland“ umtrieb, wäre ebenfalls kein Grund für eine Strafanzeige gewesen. Jeder Dummkopf darf undifferenziert „gegen die Flüchtlingssituation protestieren“ und Unsinn wie diesen verbreiten: Angeblich kriegten die Einwanderer alle einen Führerschein und ein Auto geschenkt – im Gegensatz zu den eingeborenen Menschen in Deutschland. 

Polizisten beleidigt und getreten 

Als gut zwei Promille Alkohol in seinem Blut den Angeklagten aber verleiteten, die herbeigeeilten Polizisten anzugreifen und mit Beleidigungen aus dem Gebiet übler sexueller Denunziationen zu überziehen, schrieben die Beamten eine Anzeige. Einer von ihnen hatte durch einen Tritt gegen das Schienbein eine Schürfwunde erlitten. Auch Drohungen des 35-Jährigen machten keine gute Stimmung: „Wir würden nicht mehr weiterleben, und er werde uns töten“, erinnerte sich eine an dem Einsatz beteiligte Polizistin an die üblen und üblichen Sprüche. 

Das Erscheinen der Beamten auf der Kreuzung hatte zunächst eine kleine Verfolgungsjagd zur Folge: Der Angeklagte gab seine Sitzblockade nämlich auf, flüchtete den Höhenweg hinauf, kehrte dann aber wieder um und blieb erneut – diesmal liegend – mitten auf der Kreuzung. 

Eine erneute Bewährungschance 

Erinnern wollte oder konnte sich der Angeklagte kaum an die Ereignisse aus dem Dezember – bis auf ein kleines Detail: „Ich war etwas angetrunken.“ Nur zwei Tage vor dem Vorfall war der 35-Jährige wegen fast identischer Vorkommnisse zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil war allerdings bei der erneuten Tat noch nicht rechtskräftig. 

Auch die Berufstätigkeit des Angeklagten sprach dafür, dass er sein Leben in gewissen Grenzen und ohne Alkohol durchaus im Griff hat. Und so gab es eine erneute Bewährungschance – verbunden mit der Drohung, nicht nur für sechs Monate, sondern für weitere neun Monate ins Gefängnis zu gehen, wenn so etwas noch einmal vorkommt. 

Außerdem muss der Angeklagte, der die Strafe sofort akzeptierte, 500 Euro Geldbuße an die Justizkasse zahlen. „Seit 2016 ist das die vierte Strafe – alles im Zusammenhang mit Alkohol, mahnte der Richter. „Wir hoffen mal, dass Sie nichts mehr machen.“

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