Neue Statistik

Unwetter: So viele Blitze gingen 2020 im MK nieder

Wie oft hat es 2020 im Märkischen Kreis geblitzt? Diese Frage beantwortet der Blitzatlas, den der Blitz-Informationsdienst von Siemens jedes Jahr herausgibt. 
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Wie oft hat es 2020 im Märkischen Kreis geblitzt? Diese Frage beantwortet der Blitzatlas, den der Blitz-Informationsdienst von Siemens jedes Jahr herausgibt. 

Fast 400 000 Blitze hat es bei Gewittern im vergangenen Jahr in Deutschland gegeben. Das geht aus einer Statistik hervor, die der Blitz-Informationsdienst von Siemens (Blids) herausgegeben hat.

Blids misst mit rund 160 Messstationen in Europa das elektromagnetische Feld von Blitzen. Aus den Werten der verschiedenen Messempfänger lässt sich genau ermitteln, wo ein Blitz einschlägt.

Im Märkischen Kreis hat es 2020 exakt 323 Erdblitze gegeben. Dabei handelt es sich um die Blitze, die die Erdoberfläche erreichen, sich also nicht innerhalb einer Wolke entladen. Diese Art von Blitzen ist die einzige, welche die Siemens-Messstationen in Europa aufzeichnen.

0,3 Blitze pro Quadratkilometer

Bezogen auf die Fläche des Märkischen Kreises, die 1059 Quadratkilometer umfasst, ergibt sich für das Jahr 2020 eine Blitzdichte von 0,3 Blitzen pro Quadratkilometer.

Dieser Wert ist verglichen mit den Landkreisen in der direkten Nachbarschaft ungefähr im Mittelfeld anzusiedeln. Eine höhere Blitzdichte weist mit 0,47 Blitzen pro Quadratkilometer beispielsweise die Stadt Hagen auf. 74 Blitze verteilten sich dort auf eine Fläche von 160 Quadratkilometern. Die Stadt Hagen hat in der direkten Nachbarschaft übrigens die höchste Blitzdichte. Die Deutschland-Liste führt Wolfsburg mit einem Wert von 5,85 an.

Auch Olpe noch vor dem Märkischen Kreis

Hinter Hagen liegt im Ranking der Nachbarkreise Olpe. Dort liegt die Blitzdichte bei 0,45. Auf 712 Quadratkilometer gingen 317 Blitze nieder. Zwischen dem Kreis Olpe und dem Märkischen Kreis reiht sich auf Platz drei der Oberbergische Kreis ein. Dort wurden von den Messstationen im Jahr 2020 348 Blitze registriert. Sie verteilten sich auf eine Fläche von 917 Quadratkilometern, woraus sich eine Dichte von 0,38 ergibt.

Weniger Blitze gab es in der Nachbarschaft der Märker im Hochsauerlandkreis, dem Kreis Soest und dem Kreis Unna. Im Hochsauerland gingen zwar 528 und damit im direkten Vergleich die meisten Blitze nieder. Allerdings verteilen diese sich auch auf die größte Fläche, nämlich 1957 Quadratkilometer. Die Dichte beziffert der Blitz-Informationsdienst mit 0,27. Noch etwas niedriger liegt sie mit 0,22 im Kreis Soest. Dort kamen im Jahr 2020 295 Blitze auf 1326 Quadratkilometer Fläche. Am wenigsten von Gewittern betroffen scheint in der märkischen Nachbarschaft der Kreis Unna zu sein: Die Blitzdichte beträgt dort lediglich 0,8. 434 Blitze verteilten sich auf 542 Quadratkilometer.

Blitzgeschehen 2020: Das war „bemerkenswert“

„Bemerkenswert beim Blitzgeschehen 2020 war, dass die Gewitterfronten vor allem in Nord- und Süddeutschland stattfanden und die Mitte Deutschlands geradezu ausklammerten“, sagt Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens. Spitzenreiter der Tabelle ist der Stadtkreis Wolfsburg mit einer Blitzdichte von 5,85. Diese ergibt sich aus der Gesamtzahl der Blitze und der Fläche des Kreises.

Die meisten Blitze dokumentierte Blids mit 8756 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Weil der Kreis sehr groß ist, liegt die Blitzdichte allerdings nur bei 1,60. „Dass die Spitzenreiter zunehmend im Norden zu finden sind, ist eine Entwicklung, die wir erst in den letzten Jahren beobachten.“ Insgesamt gab es 2020 in Deutschland 11 Tage mit mehr als 10 000 Einschlägen, so Thern. „Im Falle Wolfsburg waren es nur drei Gewitter, um diese hohe Blitzdichte auszuweisen“, sagt der Experte. „Bei den vorwiegend bayerischen Stadt- und Landkreisen unter den Top-10 spielt sicher die Nähe zum Alpenrand eine große Rolle.“

Die meisten Gewitter im Juni und August

Die Haupt-Gewittertätigkeit lag 2020 in den Monaten Juni und August. Der blitzreichste Tag war der 13. Juni 2020 mit gemessenen 89 517 Einschlägen. Besonders betroffen waren die Bundesländer Niedersachsen und Brandenburg, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern.

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