Eigentümer ärgern sich über die Stadt

Unwetter: 60 Personen für eine Nacht evakuiert

Wohnungseigentümer Vehbjia Malijic (links) zeigt den Wasserstand in den Kellerräumen der Heimstraße 14. Gemeinsam mit den Nachbarn Cengiz Aydenir (Mitte) und Mahmut Sinecek sind die Keller komplett aufgeräumt und deren Inhalt in Menshen-Container geworfen worden.
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Wohnungseigentümer Vehbjia Malijic (links) zeigt den Wasserstand in den Kellerräumen der Heimstraße 14. Gemeinsam mit den Nachbarn Cengiz Aydenir (Mitte) und Mahmut Sinecek sind die Keller komplett aufgeräumt und deren Inhalt in Menshen-Container geworfen worden.

Während das öffentliche Leben in der Stadt sich langsam anderen Dingen zuwendet, sind die knapp 60 Bewohner und Bewohnerinnen des Gebäudekomplexes Heimstraße 14 nach dem Unwetter noch immer leicht unter Schock.

Überfallartig war das Wasser am Mittwochabend durch die Keller und Kellerwohnungen des dreieinhalbgeschossigen Gebäudes geflutet, Kinder mussten aus dem Gebäude gerettet werden und alle verbrachten eine bange Nacht bei Freunden und Verwandten. Ein vor Jahren aufgeschütteter kleiner Erdwall Richtung Verse hatte die Wassermassen durch das Haus fließen lassen, bevor es in die Verse gelangte.

Fünf Tage nach dem Unwetter sind die meisten Schäden aufgeräumt, die Keller leer – und in einer total beschädigten Wohnung ist sofort mit dem Renovieren begonnen worden.

Die Wohnungseinrichtung in einer der Kellerwohnungen des Komplexes Heimstraße 14 ist zerstört. Die Eigentümer haben sofort mit dem Renovieren angefangen.

Hat die Stadt nicht auf Anrufe reagiert?

Die Hausgemeinschaft aber ist enttäuscht von der Stadt Werdohl. Nicht ein einziges Mal in den vergangenen sechs Tagen habe jemand von der Stadtverwaltung nachgefragt, ob die Leute Hilfe brauchen. Cengiz Aydenir ist einer der Wohnungseigentümer. Er wie auch seine Nachbarn Anna und Vehbjia Malijic sind verärgert. Selbst auf eigene Anrufe bei der Stadt werde nicht reagiert. Im ganzen Haus wohnen Menschen ausländischer Herkunft. Diese Tatsache, so vermuten sie, könnte vielleicht ein Grund dafür sein, das es kein wirkliches Interesse für ihre Lage gebe.

Mittlerweile habe man sich selbst geholfen. Die Eigentümergemeinschaft hat Geld für die Renovierung der Kellerwohnung gegeben, jeder Eigentümer habe noch etwas obendrauf gelegt. Eine Elementarschadenversicherung hat niemand. So sind auf eigene Kosten fünf Container bestellt worden, in denen der Inhalt der Keller entsorgt wurde.

Mahmut Sinecek zeigt den Stand des Hochwassers, das vom Nachbargrundstück der Firma Hitzblech in die Keller und Kellerwohnungen der Heimstraße floss.

Es bestand Lebensgefahr

Cengiz Aydenir hatte noch versucht, am Mittwoch mit zwei anderen Männern das Wasser aus den Kellern zu pumpen. Bald stand das Wasser zwei Meter hoch, es bestand Lebensgefahr. Aydenir: „Danach habe ich geholfen, die vielen Kinder aus dem Haus zu tragen.“ Am Donnerstagmorgen war das Wasser wieder weg, die Schäden wurden sichtbar. Anna Malijic ist froh, das kein Mensch zu Schaden kam. Zum Glück habe das Wasser nicht allzu lange im Keller gestanden, die Fundamente seien intakt.

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