Unwetter hinterlässt kaum Spuren

Der Baum auf dem Pungelscheider Weg wird von der Fahrbahn geräumt.

WERDOHL ▪ „Glück gehabt“. Mit dieser Feststellung traf Stadtbrandinspektor Manfred Theile den Nagel auf den Kopf. Das für Mittwochabend angekündigte Unwetter zog zwar über Werdohl hinweg, aber es richtete – nach Erkenntnissen der Feuerwehr – keine nennenswerten Schäden an.

Dabei sah es zunächst nicht danach aus. Der Himmel war von Westen her schwarz, kleine weiße Wolken wurden in reissender Geschwindigkeit darunter vorbeigetrieben. Heftige Sturmböen kamen auf, brachten selbst ausgewachsene Eichen in Schräglage, und um 19.33 Uhr löste die Feuerwehr-Leitstelle Stadtalarm in Werdohl aus, nachdem die Brandmeldeanlage im Ambulanzbereich der Stadtklinik angesprungen war. Es gab keinen Einsatz, wie so oft.

Nur Minuten später wurden die Feuerwehr-Einheiten Kleinhammer und Brüninghaus von der Stadtklinik abgezogen, nach dem am unteren Pungelscheider Weg – unterhalb des Haus Versetal – eine Fichte abgeknickt und auf die Fahrbahn gefallen war. Das Hindernis wurde – inzwischen bei Starkregen – beseitigt.

Während beide Einheiten zum Gerätehaus zurückkehren konnten und dort zunächst in Bereitschaft standen, musste um 20.11 Uhr der Löschzug Eveking in Marsch gesetzt werden. Auf dem Ludemerter Weg, etwa 300 Meter vor der Ortschaft, ragte eine abgeknickte Baumkrone auf die Fahrbahn. Auch hier kam die Kettensäge zum Einsatz.

Um 20.50 Uhr folgte eine weitere Alarmierung für den Löschzug Stadtmitte. Im Bereich Mozart- und Albert-Schweitzer-Straße – so die Meldung – drohte eine angebrochene Birke auf die Fahrbahn zu stürzen. Gefunden wurde nichts. „Nach ausreichender Erkundung“, so Wehrführer Manfred Theile, seien keine Wurzelteller, Stammrisse oder andere Merkmale gefunden worden. Die Blauröcke konnten abrücken.

Um 21.38 Uhr musste der Löschzug Stadtmitte zur Berliner Straße in Marsch gesetzt werden. Mehrere schwere Äste aus einer Baumkrone waren abgeknickt und gefährdeten den Straßenbereich. Vom Korb der Drehleiter aus wurden diese Äste mit der Kettensäge abgeschnitten und am Fahrbahnrand abgelegt. Anschließend wurde die Gefahrenstelle mit Flatterband abgesichert. Nach rund einer Stunde war der Einsatz beendet.

Nach Rücksprache mit der Leitstelle wurde die Bereitschaft für die Löschzüge danach aufgegeben. „Die Gewitterwelle ist durch. Jetzt kommt nur noch Regen“, so die erlösende Nachricht.

Rainer Kanbach

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