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„Unvorherhörbare“ Live-Cover im Alt Werdohl

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Von: Michael Koll

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Sängerin Sylvia González Bolivar war schon mit Peter Maffay auf Tour. Am Freitagabend stand sie im Alt Werdohl auf der Bühne.
Sängerin Sylvia González Bolivar war schon mit Peter Maffay auf Tour. Am Freitagabend stand sie im Alt Werdohl auf der Bühne. © Koll, Michael

Zum Schluss widmet Bassist und Go-Music-Initiator Martin Engelien den Werdohler Fans einen Song. „You’re simply the best“ (Ihr seid einfach die Besten) singt Sylvia González Bolivar mit dem Timbre von Tina Turner, breitet die Arme aus und klopft sich dann symbolisch dort an die Brust, wo sich ihr Herz befindet.

Im Anschluss an diesen Konzerthöhepunkt richtet Engelien das Wort an die Fans im Saal der Musikkneipe Alt Werdohl. Doch dieses Mal kalauert er nicht wie gewohnt. Er weist darauf hin, dass die Go-Music-Reihe erst im Juni wieder Station im Sauerland macht und sagt: „Ich hoffe, wir sagen dann: Weißt Du noch, im April gab es noch Corona und auch noch Krieg in der Ukraine.“ Schließlich beendet Engelien seine Ansprache mit den Worten: „Bleibt so, wie Ihr seid und bleibt vor allen Dingen gesund!“

Im Rampenlicht an diesem Freitagabend stand vor allem die Sängerin González Bolivar. Traumwandlerisch sicher wechselte sie mit ihrer Stimme die Musik-Genres, als gehöre nichts dazu. Bereits Peter Maffay bediente sich ihrer Dienste. Die Spanierin aus der andalusischen Großstadt Granada sang bei einer seiner Tabaluga-Tourneen die Rolle der Bienenkönigin.

„Dreikäsehoch“ Thomas Lieven am Schlagzeug

Vor Energie barst etwa ihre Interpretation von Donna Summers „She works hard for the money“. Und bei „Crying at the Discotheque“ von Sophie Ellis-Bextor brachte sie ebenso überzeugend einen Tanzflächen-Füller par excellence zu Gehör.

Drummer Thomas Lieven wurde von Engelien angekündigt als „der Schlagzeuger Deutschlands, der am meisten lächelt“. Und in der Tat strahlte der Musiker den gesamten zweieinhalbstündigen Abend über wie ein Dreikäsehoch, der an seinem Geburtstag ein Geschenk nach dem anderen erhält. Lieven ist Drummer der Bigband der Bundeswehr. Diese Ehre erlangte der Instrumentalist, obgleich er Kriegsdienstverweigerer war.

Herausragendes Gitarrensolo

Gitarrist Jens Mayer spielte butterweiche Riffs, die ihre Heimat eindeutig im Soul hatten. Selbst den kantigen Funksound von Cameos „Word up“ schliff er so die schnittigen Ecken rund. Das wirkte edel und elegant. Einzig beim Punk-Kracher „Rebel yell“ von Billy Idol war sein Solo schlicht zu zurückhaltend. Da störte Mayers Zurückhaltung dann doch sehr.

Herausragend war indes seine Auslegung des Gitarrensolos in „Where the streets have no name“. Der Linkshänder spielte nur einzelne Töne, die derart zerhackt klangen, als habe ein Remixer U2 durch den musikalischen Fleischwolf gedreht. Wie Go-Music-Boss Engelien immer betont: Diese Live-Cover sind „unvorherhörbar“. An dieser Stelle bewies sich das einmal mehr.

„Skyfall“ als rockiger Giplestürmer

Aus dem Schmachtfetzen „Skyfall“ von Adele machten das Quartett auf der Bühne einen rockigen Gipfelstürmer. Das klang dann mehr nach Rocky („Eye of the tiger“, Survivor) als nach James Bond. Einmal mehr „unvorherhörbar“ und sicher wird dieser Moment nicht wenigen im Publikum am meisten in Erinnerung geblieben sein nach diesem Abend.

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