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„Untragbare“ Situation: Rat fordert Schutz für Werdohl und die Region

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Von: Carla Witt

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Die Sperrung der Rahmedetalbrücke hat Auswirkungen bis nach Meinerzhagen.
Die Sperrung der Rahmedetalbrücke hat Auswirkungen bis nach Werdohl. © Cedric Nougrigat

Der Rat der Stadt Werdohl macht sich für eine Entlastung aller betroffenen Kommunen in Zusammenhang mit der Sperrung der Rahmedetalbrücke auf der Sauerlandlinie stark.

Werdohl – Im Rahmen der letzten Ratssitzung vor den Sommerferien haben alle Fraktionen am Mittwoch einstimmig einen gemeinsamen Antrag verabschiedet, in dem der „Schutz der heimischen Region“ im Mittelpunkt steht.

Unter anderem fordern die Ratsfraktionen nach der Sperrung der Autobahn ein Durchfahrtsverbot für den überregionalen Schwerlastverkehr auf mehreren Strecken; beispielsweise auf den Bedarfsumleitungen in Lüdenscheid, auf der Bundesstraße 236 im Lennetal zwischen Letmathe und Werdohl sowie auf der L 528 zwischen Halver und Kierspe. Darüber hinaus gelte es, weiträumige Umleitungen des überregionalen Schwerlastverkehrs rechtssicher umzusetzen.

Der Rat fordert zudem die Beschleunigung des Planungs- und Genehmigungsverfahrens für den Neubau der Rahmedetalbrücke durch den Bund. Auch die „Schaffung notwendiger Instrumente für einen finanziellen Ausgleich der Schäden an Verkehrsinfrastruktur, sonstiger Infrastruktur sowie an Gebäuden entlang der Umleitungsstrecken, beispielsweise durch einen Sonderfonds“ beantragen die Kommunalpolitiker.

Zur Begründung ihres Antrags schreiben die Werdohler Fraktionen unter anderem, dass die Situation in Folge der Brückensperrung für die Region „untragbar“ sei: „Lärm, Schadstoffe und Dreck haben stark zugenommen.“ Die heimische Wirtschaft und das Märkische Klinikum seien von der Verkehrsbelastung ebenfalls betroffen. Fachkräftemangel werde für viele Firmen zum drängenden Problem, Kunden seien schlechter erreichbar, Umsatzeinbußen die Folge.

„Immer mehr Unternehmen, die mit nachlasssenden Einschränkungen im Zuge der Pandemie gerade wieder in Schwung kamen, haben nun noch mal dramatische Zukunftssorgen“, heißt es weiter. Auch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fußgängern oder Radfahrern, sei gefährdet. Eltern seien vollkommen zu Recht in Sorge und „erwarten von Politik und Verwaltung, dass ihre Kinder geschützt werden“.

Bürgermeister Andreas Späinghaus erklärte, Ratsfrau Marion Gierse (SPD) habe den gemeinsamen Antrag auf den Weg gebracht. Auch die Verwaltung werde regelmäßig mit Problemen in Zusammenhang mit der Sperrung der Autobahnbrücke konfrontiert. „Das Thema beschäftigt uns hier im Rathaus fast jeden Tag“, stellte Späinghaus fest.

Christdemokrat Stefan Ohrmann lobte die Idee, mit Blick auf die Sperrung an einem Strang zu ziehen. Er wies darauf hin, dass auch Landrat Marco Voge sich für alle Betroffenen einsetze. „Es ist absolute Chefsache geworden.“ Jan Vidal Canas (SPD) unterstrich, dass ein gemeinsames Zeichen aller betroffenen Kommunen in dieser Situation ein sehr wichtiger Schritt sei.

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