Musterklasse an der AEG - Schulen rüsten sich für Neustart

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AEG-Schulleiter Sven Stocks zeigt eine Musterklasse, in der Schüler nach der coronabedingten Schulschließung ab dem 23. April mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand zueinander unterrichtet werden sollen.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Zur schrittweisen Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen gehört auch die Wiederöffnung der Schulen im Sekundarbereich 1 und 2. Ab Donnerstag, 23. April, sollen diejenigen Schüler, für die in den nächsten Wochen Abitur- und Zentrale Abschlussprüfungen anstehen, wieder unterrichtet werden. Die Schulen bereiten sich schon jetzt darauf vor.

An der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) Werdohl hat bereits gestern Morgen ein siebenköpfiges Lehrergremium mit der Schulleitung beraten, wie der Unterricht organisiert werden kann. Die AEG erwartet 111 Zehntklässler und 54 Abiturienten. „Wir sehen für beide Jahrgänge einen zeitversetzten Unterrichtsstart vor“, gab Schulleiter Sven Stocks Einblick in die Planungen. Die Zehntklässler sollen täglich von 7.30 bis 12 Uhr und der Abiturjahrgang von 10.30 bis 15 Uhr unterrichtet werden. „Die kleine Überschneidung ist unproblematisch, weil es keine gemeinsamen Pausenzeiten gibt“, sagte Stocks. Unterrichtet wird auch nur in den Abiturfächern beziehungsweise in den vier Fächern, die für die Abschlussprüfung der Zehntklässler relevant sind. Wie die Corona-Schutzbestimmungen eingehalten werden können, hat die AEG schon in einem Musterklassenraum erprobt. Tische und Stühle sind so angeordnet, dass der vorgeschriebene Abstand der Schüler zueinander gewährleistet ist. Übrigens werden maximal 15 Schüler in einem Raum unterrichtet.

Realschule Werdohl

In zwei Blöcken wird auch die Realschule Werdohl unterrichten, die 46 Zehntklässler auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten muss, die übrigens aufgrund der besonderen Situation – wie auch an der AEG – Abschlussklausuren sein werden. Auch die Realschule konzentriert sich dabei auf die Prüfungsfächer Deutsch, Mathematik und Englisch sowie das Wahlpflichtfach. Mit welchen Lehrern unterrichtet werden könne, sei noch nicht ganz klar, weil einige aufgrund ihres Alters oder wegen Vorerkrankungen zur Risikogruppe zählten, sagte Schulleiter Oliver Held. Auch ein Raumplan müsse noch erarbeitet werden. „Außerem brauchen wir einen schuleigenen Hygieneplan“, überlegte er.

Was die hygienischen Voraussetzungen angeht, sagte Reinhardt Haarmann, Leiter der Schulabteilung im Werdohler Rathaus, jegliche Unterstützung des Schulträgers zu. „Wir kaufen schon seit Wochen immer wieder verfügbare Mengen von Desinfektionsmittel“, deutete er an, dass sich die Stadt in diesem Punkt gerüstet sieht.

Hönnequellschule Neuenrade

Die Neuenrader Hönnequell-Schule ist für alle Eventualitäten gerüstet, verschiedenste Szenarien hatten Schulleiterin Eva Päckert und Co. vorbereitet. So war die Vorgehensweise, zumindest was die Schutzmaßnahmen anbelangt, schon klar. Betroffen von den Richtlinien rund um die Prüfungen der Klassen 10 sind zwischen 60 und 70 Schüler. Die werden in Gruppen aufgeteilt und ab Donnerstag kommender Woche die Möglichkeit erhalten, die Schule zu besuchen, um sich „offenbar auf freiwilliger Basis“ auf die Prüfungen vorzubereiten. Päckert: „Aus jeder Klasse werden wir mindestens zwei Gruppen bilden.“ Man arbeite an einer Einbahnstraßenregelung in der Schule, stehe in engem Kontakt mit der Stadt Neuenrade, um die Abstandsregelungen einhalten zu können. Platz sei genug. Es gebe auch andere logistische Herausforderungen, die zum Beispiel die Ankunft der Schüler betreffe: „Manche kommen per Bus, andere zu Fuß“. Sobald die genauen Richtlinien vorliegen, wird es laut Päckert eine Lehrer-Konferenz geben, bei der die Umsetzung der schrittweisen Öffnung der Schule und das weitere pädagogische Vorgehen besprochen werde. Kein Problem sieht sie darin, dass die Schule eine eigene Prüfungsarbeit erstellen muss. Organisatorische Maßnahmen betreffen auch das Kollegium. Es sind immerhin 30 Lehrkräfte und auch innerhalb der Schule muss die Lehrerschaft ja Abstandsregelungen einhalten können.

Waldorfschule Neuenrade

Klaus Giljohann, operativer Manager der Freien Waldorfschule Neuenrade, war wenig erfreut, dass er gestern Mittag immer noch keine offizielle Verordnung hatte. Gleichwohl hatten auch er und seine Mitstreiter für die Eventualitäten vorgeplant. Betroffen sind demnach in der Waldorfschule die Klassen 11 und 13. Rund 25 Schüler des 11. Jahrgangs werden vermutlich in zwei Gruppen in verschiedene Klassenräume aufgeteilt, Platz ist in der Waldorfschule genug. Ein gutes Dutzend Schüler werde die Abiturprüfungen ablegen und für deren Unterricht gebe es auch noch einen großen Raum.

Unter Hygienegesichtspunkten sei man an der Schule bestens aufgestellt. Giljohann betonte, dass die Abiturienten ohnehin in der Vergangenheit ganz normalen Unterricht genossen hätten – nämlich Teleunterricht. Das habe sehr gut funktioniert und werde künftig auch ausgeweitet. Heute werde es zudem eine Lehrerkonferenz geben, um Detaillösungen zu erarbeiten und die kommende Woche vorzubereiten. Giljohann verwies auf organisatorische Dinge, die es zu regeln gelte: die Absprache mit der MVG oder die Ausweitung der Betreuung. 

Realschule Balve

Auch in Balve wird die Realschule ab dem 23. Mai wieder öffnen. Allerdings konnte der stellvertretende Schulleiter Thomas Münch gestern noch nicht viel zu den Vorbereitungen sagen: „Wir als Schule sind ausführendes Organ und müssen die Anweisungen der Bezirksregierung und des Schulministeriums umsetzen.“ Viel mehr als Abwarten könne das Kollegium nicht tun. Auf jeden Fall aber werde die Realschule vor dem schrittweisen Schulbeginn gründlich gereinigt.

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