Ergebnisse liegen vor

Unternehmensumfrage: So schneidet der Standort Werdohl ab

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Werdohl – „Jetzt haben wir endlich detaillierte Ergebnisse in der Hand, mit denen wir die Wirtschaftsförderung in Werdohl vorantreiben können.“

Über diese anerkennenden Worte von Christdemokrat Christoph Plaßmann durften sich Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs und Fachbereichsleiter Thomas Schroeder am Dienstag im Rathaus freuen. Auch der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung, Jürgen Henke (SPD), lobte die Unternehmensumfrage, die die Stadt Werdohl in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis durchgeführt hatte. 

„Wir stellen hier heute nur die groben Erkenntnisse vor“, unterstrich Schroeder, dass die Detailauswertung noch erfolgen müsse. Insgesamt seien 200 Adressaten – vom kleinen Betrieb bis zum Großunternehmen – zur Teilnahme eingeladen worden. „Wir hatten ihnen einen Katalog mit 33 Fragen zugesandt“, erklärte der Fachbereichsleiter – und freute sich über das „sehr ordentliche“ Ergebnis: 31 Prozent der Befragten – 70 Unternehmer – hätten geantwortet. 

Drei große Themenkomplexe

76 Prozent der Antworten stammen laut Schroeder von kleinen oder mittelgroßen Unternehmen. Drei große Themenkomplexe waren Bestandteil der Befragung: Digitalisierung, Fachkräfte und Betriebsstandort. Andreas Haubrichs ging auf die einzelnen Bereiche ein und hatte auch schon einige Schlussfolgerungen für die Werdohler Kommunalpolitiker parat. 

„Die digitale Transformation ist als wichtiges Thema erkannt worden“, stellte Haubrichs fest, und verwies darauf, dass immerhin zwei Drittel der Befragten bereits eine Strategie zur Digitalisierung hätten oder sich zumindest damit beschäftigen würden. „Wir müssen aber bestehende Beratungsangebote und -formate noch bekannter machen“, bilanzierte der heimische Wirtschaftsförderer im Ratssaal. 

Fachkräftemangel ein großes Thema

Der Fachkräftemangel sei nach wie vor ein großes Thema für die Unternehmen: 77 Prozent der Befragten hätten Schwierigkeiten, offene Stellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. 

Und immerhin 72 Prozent seien der Ansicht, dass der Fachkräftemangel auch in fünf Jahren noch eine Rolle spielen werde. „Höhere Schulabschlüsse werden für die Unternehmen immer wichtiger“, sagte Haubrichs. Denn nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Bewerbungen sei aus Sicht der Befragten zurückgegangen. Fast die Hälfte der heimischen Unternehmen wünschten sich auch deshalb einen stärkeren und regelmäßigeren Austausch mit den Schulen. 

Werdohl hat ein negatives Image

Zum Thema Standort verkündete der Wirtschaftsförderer: „58 Prozent fühlen sich in Werdohl wohl. Allerdings beurteilen drei Viertel der Unternehmen das Image von Werdohl als eher negativ.“ 

Dagegen würden zwei Drittel die Standortvoraussetzungen für eine günstige Entwicklung als „gut“ bewerten. „Die Verfügbarkeit der Gewerbeflächen ist das größte Problem für die Unternehmen“, stellte Haubrichs fest. Immerhin 19 Prozent seien diesbezüglich unzufrieden. Die Schlussfolgerung: „Negative Veränderungstendenzen sind aufgrund bestehender Problemlagen nicht auszuschließen.“ Folglich müsse eine politische Entscheidung getroffen werden, wie mit der Nachfrage in Bezug auf Gewerbeflächen umgegangen werden solle. 

Wohl Verzicht auf externen Berater

Im Anschluss an die detaillierte Auswertung der Umfrage sollen ebenfalls im kommenden Jahr die Ergebnisse mit lokalen und regionalen Akteuren erläutert werden, kündigte Andreas Haubrichs an. Auf die zunächst angedachte Erstellung eines Wirtschaftsförderungskonzeptes durch einen externen Berater könne man wahrscheinlich verzichten. 

Stattdessen sei zu überlegen, ob man die Entwicklung geeigneter Verbesserungsmaßnahmen beispielsweise im Rahmen von Workshops erarbeiten könne.

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