Innerbetriebliche Impfung

Unternehmen im MK impft zwei Drittel seiner Mitarbeiter

Die Folgeimpfung mit Astrazeneca sind bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stauff-Gruppe planmäßig abgeschlossen worden. Geschäftsführer Dr. Papenfuß sieht seine gesellschaftliche Verantwortung, wünscht sich von der Politik aber mehr Verlässlichkeit.
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Die Folgeimpfung mit Astrazeneca sind bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stauff-Gruppe planmäßig abgeschlossen worden. Geschäftsführer Dr. Papenfuß sieht seine gesellschaftliche Verantwortung, wünscht sich von der Politik aber mehr Verlässlichkeit.

Ein Werdohler Unternehmen hat die Impfung seiner Mitarbeiter gegen Corona vorangetrieben. Gute Planung und die Aufhebung der Impfpriorisierung kamen dem Unternehmen dabei entgegen.

Werdohl/Neuenrade – Beim Werdohler Hydraulikkomponenten-Hersteller Stauff nahmen bereits im Mai 174 Beschäftigte das Angebot des Unternehmens zur Erstimpfung mit Astrazeneca wahr. Das berichtete ein Unternehmenssprecher. Diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte anfangs der vergangenen Woche die entsprechende Zweitimpfung mit dem identischen Präparat angeboten werden. Auch diesmal war die Resonanz groß und die verfügbaren Termine schnell ausgebucht – 135 Mitarbeitende nahmen die Möglichkeit in Anspruch.

Zwischenzeitlich hatten sich bereits einige der Beschäftigten unabhängig von der Initiative des Unternehmens einen Folgetermin für eine Zweitimpfung bei ihrem Hausarzt oder in einem Impfzentrum vereinbart.

„Wir haben die Entwicklungen in der Impfpolitik über die letzten Wochen und Monate sorgfältig beobachtet und vorausschauend geplant, sodass unsere erste Kampagne nur wenige Tage nach der Aufhebung der Priorisierung stattfinden konnte“, erklärt Niclas von Seidlitz, Personalleiter bei Stauff Deutschland.

Weiteren Teilen der Stauff-Belegschaft konnte bereits in der Vorwoche die Erstimpfung mit Biontech angeboten werden. „Wir freuen uns sehr, dass wir den Kolleginnen und Kollegen, für die eine Impfung mit Astrazeneca aus verschiedenen Gründen nicht infrage gekommen ist, nun ein alternatives Impfangebot machen konnten“, so von Seidlitz.

Weitere 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen diesen Impftermin wahr. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Impfstoff wird Stauff nach dem empfohlenen Zeitraum Zweitimpfungen anbieten.

Stauff ist einer der ersten großen Arbeitgeber im Märkischen Kreis, der flächendeckend innerbetriebliche Impfungen durchgeführt hat. Das Angebot richtete sich ausdrücklich an diejenigen, die nicht aufgrund ihres Alters oder der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe auf anderem Wege geimpft wurden. „Solange weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf uns zukommen, werden wir weitermachen“, versichert Niclas von Seidlitz. Im Moment geht man davon aus, dass insgesamt etwa zwei Drittel der Kolleginnen und Kollegen geimpft sind.

„Wir gehen davon aus, dass wir als Unternehmen alles getan haben, was in unserer Macht steht, um die Risiken durch Covid 19 für unsere Belegschaft so gering wie möglich zu halten,” sagt Dr. Matthias Papenfuß, Geschäftsführer der Stauff-Gruppe.

Der Unternehmer sieht die eigene gesellschaftliche Verantwortung und kritisiert politische Vorgaben. Dr. Papenfuß: „Insbesondere die Aussagen der ständigen Impfkommission und des Bundesgesundheitsministers zum Thema Kreuzimpfung haben unsere Beschäftigten erheblich verunsichert.“ Es mache keinen Sinn, kurzfristig immer wieder die Impfwirkung und die Impfempfehlung infrage zu stellen.

„Auch wünschen wir uns als Unternehmen Planungssicherheit im Hinblick auf die Konsequenzen des Impfschutzes für unsere betriebsinternen Schutzmaßnahmen: Müssen wir damit rechnen, dass Kolleginnen und Kollegen trotz Zweifachimpfung oder Status als Genesener in Quarantäne geschickt werden? Müssen wir trotz Impfschutz die Maskenpflicht aufrechterhalten? Wie gehen wir mit Reiserückkehrern um?”, fragt Dr. Papenfuß und weist darauf hin, wie erheblich die Schutzmaßnahmen die betrieblichen Abläufe beeinflussen.

Dr. Papenfuß betont, dass selbstverständlich die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Mittelpunkt aller Maßnahmen stehe, doch mahnt er einen nachhaltigen und nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen den politisch geforderten und gesundheitlich erforderlichen Maßnahmen an.

Die Stauff-Gruppe

Stauff ist die Kurzform für die Walter Stauffenberg GmbH & Co. KG im Werdohler Ehrenfeld. Zur Stauff-Gruppe gehören auch Werke in Neuenrade, Plettenberg, Meinerzhagen und Dortmund. Die Gruppe unterhält Niederlassungen mit rund 45 Standorten in 18 Ländern. Stauff gehört zur Lukad-Holding der Familie Menshen mit Sitz in Werdohl.

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