Bienefeld erweitert Betrieb um Halle an der Schlacht

Die neue Maschine in der angemieteten Halle an der Schlacht wurde am Montag aufgebaut. Stefan Cordes, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Bienefeld, ist froh über die Erweiterungsfläche, durch die sich für das Unternehmen neue Perspektiven ergeben.

WERDOHl ▪ „Wir nennen es Werk zwei“, sagt Stefan Cordes, Geschäftsführer und Inhaber der Firma Bienefeld, wenn er von der Halle an der Schlacht spricht, in der einst das Fitness-Studio Lenergy untergebracht war. Unmittelbar vor den Herbstferien hat Cordes den Mietvertrag für die rund 800 Quadratmeter große Halle unterschrieben.

Durch die zusätzliche Fläche ergeben sich für das „bislang räumlich beengte Unternehmen ganz neue Perspektiven“, wie Cordes jetzt erklärte. In dem Werk am Ortseingang von Ütterlingsen, das ebenfalls 800 Quadratmeter groß ist, konfektionieren die 21 Mitarbeiter Transportbänder und Antriebsriemen des Herstellers Siegling aus Hannover.

„Unsere Firma ist aber eigenständig“, erklärt Cordes. In seinem Betrieb werden Bänder und Riemen auf Breite geschnitten und unter anderem Endlosverbindungen und Lochungen hergestellt. Transportbänder machen nach Angaben des Inhabers 80 Prozent des Geschäftes aus. Vom Hersteller für Check-in-Schalter an Flughäfen bis hin zu Unternehmen der Lebensmittelindustrie, die auf den Bändern „Made in Werdohl“ Wurst und Käse transportiert – die Kundenkartei des Traditionsunternehmens kann sich sehen lassen. Jüngst ließ sogar die amerikanische Post 100 000 Riemen in Ütterlingsen konfektionieren.

Für die Halle an der Schlacht hat Cordes gleich zwei neue Maschinen bestellt. So wurde am Montag ein Schneidetisch mit einer Länge von zehn Metern und einer Breite von 1,5 Metern aufgestellt. Bisher mussten Cordes und sein Team Rollen in verschiedener Breite lagern, um sie dann für die Kunden auf Länge zu schneiden. „Die neue Maschine kann nun jede mögliche Kontur aus jeder möglichen Rollenart schneiden“, erklärt der Firmeninhaber die künftige Verschnittoptimierung in seinem Betrieb.

Mit dem neuen Gerät sei das Unternehmen flexibler. Auch die Lagerhaltung sei nun viel überschaubarer. Zudem könne das Unternehmen laut Cordes besser auf die Kundenwünsche eingehen. Eine weitere Sondermaschine erwartet der Geschäftsführer für April. Mit deren Hilfe sollen breite Manschetten präzise in schmale Streifen geschnitten werden.

In dem Betrieb am Ortseingang von Ütterlingsen gab es neben der Betriebserweiterung Anfang des Jahres noch einen weiteren Grund zu feiern. Im Januar wurde im kleinen Rahmen mit den Mitarbeitern das 50-jährige Bestehen des Unternehmens begangen, das im Jahre 1963 von Martin Bienefeld gegründet wurde. Bienefeld selbst begann als Handelsvertreter für die Firma Siegling aus dem niedersächsischen Hannover. „Er fing ganz bescheiden an. Lagerte die Riemen sogar zu Hause. Mit wachsendem Erfolg stellte er später einen Monteur ein, der die Riemen bei den Kunden einbaute“, erklärt Stefan Cordes.

In den Jahren nach der Gründung wuchs der Betrieb stetig und wechselte mehrfach innerhalb der Stadt an Lenne und Verse aus Platzmangel den Standort. 1979 zog Martin Bienefeld dann in das ehemalige Versuchsgebäude der Firma Kracht am Ortseingang von Ütterlingsen.

Stefan Cordes selbst ist seit 1997 bei Bienefeld beschäftigt. Vor 15 Jahren übernahm er das Unternehmen als Inhaber und Geschäftsführer. Der 46-Jährige lebt seit seinem ersten Lebensjahr in Werdohl. Nach einer Lehre als Werkzeugmacher absolvierte Cordes das Fachabitur. In Iserlohn studierte der Vater von drei Kindern Maschinenbau, bevor er in Pforzheim seinen Abschluss als Wirtschaftsingenieur machte. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Hauptstadt zog es Cordes dann zurück in die Heimat.

Aus Anlass des 50. Unternehmens-Geburtstages im Januar hat sich Stefan Cordes etwas Besonders überlegt: Für jeden Tag, den der Betrieb in Werdohl besteht, werden nun 50 Cent an gemeinnützige Organisationen gespendet. Die rund 9000 Euro sollen verschiedenen Projekten im Vertriebsgebiet des Unternehmens – dieses erstreckt sich von Wuppertal bis Brilon und von Lippstadt bis Montabaur – zufließen.

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