Unterkunft für Flüchtlinge gesucht

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An dem ehemaligen Übergangsheim Im Winkel 32 treffen sich am Dienstag die Mitglieder des Bau- und Liegenschaftsausschusses. Sie sollen entscheiden, ob das Gebäude im Ernstfall für Flüchtlinge hergerichtet werden soll.

Werdohl - Das Wohnhaus am Grasacker 31 könnte bald für die Unterbringung von Asylbewerbern umgebaut werden. Am kommenden Dienstag besichtigen die Mitglieder des Bau- und Liegenschaftsausschusses außerdem das ehemalige Übergangswohnheim Im Winkel 32. Die Politiker sollen entscheiden, ob auch dieses Gebäude im Ernstfall für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden soll.

„Die bekannten Eskalationen der Bürgerkriege im Nahen Osten und in Afrika begründen einen sprunghaften Anstieg von Asylbewerbern und Bürgerkriegsflüchtlingen in Deutschland“, begründet die Stadtverwaltung, warum sie neue Unterbringungsmöglichkeiten sucht. Im Wohnhaus am Grasacker 31 könnten zwei Großfamilien oder bis zu 16 Einzelpersonen untergebracht werden. Das Gebäude entsprechend herzurichten und zu renovieren, würde der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement zufolge rund 52.000 Euro kosten.

Grundsätzlich möchte die Verwaltung es zwar vermeiden, auf dieses Gebäude zurückzugreifen. Für den Fall, dass das Haus doch gebraucht wird, wünscht sie sich einen Vorratsbeschluss von der Politik: Dann könnte die Verwaltung sofort mit der Renovierung des Gebäudes beginnen, ohne dass der Auftrag erst den Vergabeausschuss durchlaufen müsste.

Eine „weitere ernsthafte Unterbringungsalternative“ könnte das ehemalige Übergangswohnheim Im Winkel 32 sein. Dieses könnte Platz für 50 bis 70 Personen bieten. „Aufgrund des bekannt schlechten Bauzustands, der Größe des Hauses und der Nähe zum Übergangswohnheim Osmecke sollte auf dieses Gebäude nur zurückgegriffen werden, wenn alle andere Möglichkeiten ausgereizt sind“, schreibt die Verwaltung. Rund 75.000 Euro würde es kosten, nur die Bausubstanz wieder herzustellen. Dazu kommen weitere 104.500 Euro, „um das Haus durch Renovierungsmaßnahmen als akzeptable Unterkunft wieder herzurichten“. Zu den Einrichtungskosten gibt es noch keine Schätzung.

Bevor der Ausschuss am Dienstag ab 17 Uhr im Ratssaal öffentlich tagt, treffen sich die Mitglieder um 16.30 Uhr an dem Gebäude Im Winkel 32. Die Politiker sollen eine Einschätzung abgeben, „ob das ehemalige Übergangsheim in der weiteren Planung der Verwaltung berücksichtigt werden soll“.

127 Flüchtlinge betreut die Stadt Werdohl im Moment. Einzelpersonen werden meist im Übergangswohnheim an der Osmecke untergebracht. Dort gibt es aktuell noch vier freie Zimmer sowie einige freie Betten in bereits belegten Zimmern. „Für wie viele Personen diese Unterbringungsmöglichkeiten ausreichen werden, ist von Geschlecht, Familienzusammengehörigkeit und gesundheitlichen Voraussetzungen der zukünftig zugewiesenen Personen abhängig.“ Auch ob künftig genug preiswerte Wohnungen für Familien zur Verfügung stehen, sei nicht absehbar. „Die Verwaltung hält es deshalb für dringend erforderlich, eine Unterbringungsalternative vorzuhalten“, heißt es in der Ausschussvorlage. - Von Constanze Raidt

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