„Unterirdische“ Saison im Freibad Ütterlingsen

Maik Stünkel vom Freibad-Team pflegt guten Kontakt zu den Stammgästen, die bei jedem Wetter ins Freibad kommen. Alfred Neumann und Marlies Rechenberg genossen den letzten Öffnungstag der Saison.

WERDOHL ▪ Stadtwerke-Geschäftsführer Joseph Beier spricht von einer „unterirdischen Saison“: Kaum mehr als 30 000 Gäste kamen diesen Sommer ins Freibad. Schuld ist das schlechte Wetter.

Bad-Betriebsleiter Uwe Dickmann hat mit 2011 die schlechteste Saison in seiner Zeit in Werdohl erlebt. Das sind immerhin schon 16 Jahre. In diesem Jahr kamen bis einschließlich Juli gerade mal 25 234 Gäste ins Bad. Im Sommer davor waren es da schon 10 000 Gäste mehr. Ein Spitzenwert wurde 2006 erreicht: Da waren es bis Juli 44 293 Gäste. In manchen schlechten Jahren konnten es die August-Zahlen noch einmal herausreißen – dieses Mal nicht: Es werden vielleicht noch etwas mehr als 5000 Gäste gewesen sein. Beier lapidar: „Das ist nix.“

Trotz des schlechten Wetters habe es keinen Tag gegeben, an dem das Bad geschlossen wurde. Andere Bäder hätten bei Dauerregen ganze Tage den Betrieb eingestellt oder die Öffnungszeiten eingeschränkt. Nicht so in Ütterlingsen: Täglich von 7 bis 19 Uhr stand das Bad der Öffentlichkeit zur Verfügung. Für Beier liegt der Grund der schlechten Zahlen nur beim Wetter. Das Hallenbad fuhr in diesem Jahr von Januar bis Mai 11 435 Besucher ein – guter Durchschnitt.

Betriebsleiter Uwe Dickmann sieht neben dem miesen Wetter noch einen anderen Grund. Erstmals werden alle Grundschulen als Ganztagsschulen geführt. Dickmann: „Da kommen die Kinder erst so spät nachmittags aus der Schule, dass sie für die Freizeit keine Zeit mehr haben.“ Um 18 Uhr müssten Kinder unter 14 aus dem Wasser – da lohne sich für viele Schüler ein Badbesuch unter der Woche oft nicht mehr.

Volker Heyn

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