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Ungeklärter Todesfall: Chemie-Experten der Feuerwehr im MK im Einsatz

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Von: Markus Wilczek

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In Schutzanzügen nahmen die Einsatzkräfte an der Leiche eine Probe, die in einem Dekontaminationsbereich zunächst gereinigt wurde, bevor sie untersucht werden konnte.
In Schutzanzügen nahmen die Einsatzkräfte an der Leiche eine Probe, die in einem Dekontaminationsbereich zunächst gereinigt wurde, bevor sie untersucht werden konnte. © Feuerwehr Werdohl/Tebrün

Nachdem Herbststurm Ignatz Werdohl am Donnerstag weitgehend verschont hatte und die Feuerwehr bis auf mehrere umgestürzte Bäume im Bereich Altenmühle nur zu kleineren Einsätzen ausrücken musste, wurde es in der Nacht zu Freitag umso turbulenter.

Wegen eines ungeklärten Todesfall an der Friedrichstraße im Stadtzentrum waren Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst rund sieben Stunden im Einsatz.

Zunächst war der Löschzug Stadtmitte der Feuerwehr Werdohl wegen einer Türöffnung alarmiert worden, weil der Wohnungsinhaber nicht zu erreichen war und zuvor in einem Telefonat mit einer dritten Person über gesundheitliche Probleme geklagt hatte. „Als der Löschzug Stadtmitte an der Einsatzstelle ankam, lag der Mann aber bereits tot vor der Haustür und zeigte Anzeichen auf die Einnahme einer unbekannten chemischen Substanz“, sagte Wehrleiter Kai Tebrün.

Vergiftung? Taskforce aus Dortmund wird alarmiert

Wegen der ungeklärten Todesursache und möglicher Anzeichen auf eine Vergiftung kamen die Kriminalpolizei und auch die Analytische Taskforce der Feuerwehr Dortmund ins Spiel. „Diese Einheit ist zum Schutz vor den Auswirkungen von Gefahren durch radioaktive, biologische oder chemische Stoffe eingerichtet worden und verfügt über spezielle Analyse- und Messtechniken“ sagte Tebrün.

Mobiles Labor: In diesem Abrollcontainer wurden die Proben untersucht.
Mobiles Labor: In diesem Abrollcontainer wurden die Proben untersucht. © Feuerwehr Werdohl/Tebrün

Bis die Kollegen aus Dortmund mit ihrem mobilen Labor in einem Abrollcontainer eintrafen, wurde der Löschzug Eveking, in Werdohl spezialisiert auf Einsätze bei atomaren, biologischen und chemischen Gefahren (ABC-Schutz) nachalarmiert. Um ungehindert arbeiten zu können, hatte der Löschzug Stadtmitte bereits einen Sichtschutz aufgebaut.

Wehr richtet Dekontaminationsstelle ein

„Wir haben in der Folge eine Dekontaminationsstelle eingerichtet und in Schutzanzügen eine Probe an dem Leichnam entnommen“, erläuterte Tebrün das weitere Vorgehen. Diese Probe wurde von den Experten der Dortmunder Wehr im mobilen Labor untersucht – dann konnte Entwarnung gegeben werden. „Es ist wohl von einer natürlichen Todesursache auszugehen. Zumindest konnten keine giftigen oder chemischen Substanzen festgestellt werden“, sagte Tebrün. Dies bestätigte auf Anfrage der Redaktion auch Christof Hüls, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis: „Wir gehen davon aus, dass beim Tod des 58-Jährigen wohl keine Fremdeinwirkung vorliegt.“ Die Untersuchungen der Kripo seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

In Schutzanzügen arbeiteten die Einsatzkräfte des Löschzuges Eveking.
In Schutzanzügen arbeiteten die Einsatzkräfte des Löschzuges Eveking. © Feuerwehr Werdohl/Tebrün

Erst nachdem die Ergebnisse der Untersuchung vorlagen, öffnete die Feuerwehr die Wohnung, um auch diese begutachten zu können. „Letztlich wurde aber auch hier nichts Ungewöhnliches festgestellt“, sagte Wehrleiter Tebrün, so dass der Einsatz gegen 7 Uhr beendet war.

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