Aktualisierter Atlas

Unfallzahlen im NRW-Vergleich: So schneiden Werdohl, Neuenrade und Balve ab

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46 Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich im vergangenen Jahr im Stadtgebiet von Werdohl. Bezogen auf die Einwohnerzahl ein guter Wert.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Werdohl ist eine der sichersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen – zumindest wenn man sich in der Stadt zwischen Lenne und Verse im Straßenverkehr bewegt.

Das geht hervor aus dem aktualisierten Verkehrsunfallatlas der statistischen Ämter des Bundes und der Länder, der in dieser Woche veröffentlicht wurde und erstmals auch Angaben für Nordrhein-Westfalen erhält. 

Wie viele Unfälle ereigneten sich 2019 auf den Straßen in Werdohl? 

46 Unfälle mit Personenschaden. Unfälle, bei denen nur Blechschaden entsteht, werden im aktualisierten Verkehrsunfallatlas nicht dargestellt. 

Lassen sich diese Zahlen mit denen anderer Kommunen vergleichen? 

Dafür rechnen die Statistiker die Unfallzahlen auf je 1000 Einwohner herunter. Dabei ergibt sich für Werdohl eine Unfallhäufigkeit von 2,6. Mit diesem Wert landet Werdohl in einem negativen Ranking aller 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen (Platz eins hat also die höchste Unfallhäufigkeit) auf Platz 380. 

Wie viele Menschen wurden bei den Unfällen verletzt? 

Die Statistik weist insgesamt 62 Verletzte aus. 53 Personen wurden leicht, neun Personen schwer verletzt. Verkehrstote gab es nicht. Zum Vergleich: Für dieses Jahr sieht das bereits ganz anders aus. Zwei Menschen wurden bei schweren Verkehrsunfällen getötet. Im Februar war das Auto einer jungen Frau aus Finnentrop auf der B 236 im Bereich Kettling in den Gegenverkehr geraten und gegen einen Kleinlaster gekracht, weil sie wohl während der Fahrt mit dem Handy hantiert hatte. Die Frau konnte zwar zunächst noch lebend aus dem Autowrack geborgen und mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden, dort starb sie jedoch knapp eine Woche nach dem Frontalcrash. Im Mai stieß auf der Bundesstraße 236 im Bereich Höllmecke ein Motorrad mit einem Lastwagen zusammen. Durch die Wucht der Kollision wurde der 28-jährige Biker bis in die Lenne geschleudert und war auf der Stelle tot. 

Wie sehen die Zahlen für Balve aus? 

In Balve endete ein Motorradunfall im August tödlich. Eine Frau aus Wuppertal war mit ihrem Bike auf der Sunderner Straße in Langenholthausen zu Fall gekommen und hatte sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen. Die 57-Jährige starb drei Tage nach dem Unfall im Klinikum Dortmund, wohin sie mit dem Rettungshubschrauber gebracht worden war. Insgesamt ereigneten sich in der Hönnestadt 56 Unfälle mit 65 verunglückten Personen (eine Tote, 42 leicht und 22 Schwerverletzte). Die Unfallhäufigkeit je 1000 Einwohner liegt bei 5,0 und Balve im Ranking damit auf Platz 78. 

Wie viele Unfälle ereigneten sich 2019 in Neuenrade? 

Laut Statistik 42. Verkehrstote gab es nicht. 48 Personen wurden leicht und sechs schwer verletzt. Der Wert für die Unfallhäufigkeit je 1000 Einwohner liegt bei 3,5 (Platz 288 im NRW-Vergleich). 

Wieso schneiden Neuenrade und Balve im Ranking schlechter als Werdohl ab? 

Ein Grund könnte sein, dass durch die Hönnestädte einige beliebte Motorradrouten führen. So ist dem Unfallatlas zu entnehmen, dass sich mehrere Kradunfälle (auch mit Schwerverletzten) auf dem Kohlberg ereigneten, wo die Anwohner sich seit längeren über Raser und Motorradlärm beschweren. Auch die Küntroper Straße (B 229 in Neuenrade) weist der Atlas als leichten Unfallschwerpunkt aus. Hier blieb es aber in allen Fällen bei Unfällen mit Leichtverletzten. 

Wie sieht es kreisweit aus? 

Für 2019 stehen 1454 Unfälle in der Statistik, bei denen 1376 Personen leicht und 283 schwer verletzten wurden. Hinzu kommen sieben Unfalltote. Die Stadt mit den absolut meisten Unfallzahlen ist Iserlohn (333), gefolgt von Lüdenscheid (256) und Menden (175).

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