Unerwartet im Kamerafokus

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Der Werdohler Hendryk Wolf hat gute Chancen im 2012er Kalender des Handwerksblattes auf einem Monatsblatt zu sehen zu sein. ▪

WERDOHL ▪ „Erst einmal war ich sprachlos“, erinnert sich Hendryk Wolf. Plötzlich kam Anfang September der Anruf, dass er die Teilnahme an einem professionellen Fotoshooting gewonnen hatte. Ob seines Schweigens habe die Frau am anderen Ende der Leitung schließlich gesagt: „Sie können sich ruhig freuen.“

Ein Vierteljahr vorher hatte der Dachdecker-Lehrling sich im Internet beworben für den dritten Kalender des Handwerksblattes. Wolfs Freundin hatte in der örtlichen Tagespresse den Aufruf der Handwerkskammer gelesen. Dass er sich daraufhin gemeldet hatte, war dem 18-Jährigen schließlich gar nicht mehr so präsent.

Deshalb war er bei einigen vorherigen Anrufen auch nicht ran gegangen: „Ich kannte die Telefonnummer ja nicht.“ Doch die Überbringerin der frohen Kunde blieb hartnäckig – und schaffte es letztendlich auf die Mailbox von Wolf.

Dann ging alles sehr schnell. Dienstags erfuhr er von seinem Glück. Und am Donnerstag darauf war schon das Shooting in Düsseldorf. „Ich musste nur noch meinen Chef überzeugen. Der war erst nicht so begeistert“, erklärt Wolf. Schließlich fehlte der gebürtige Lüdenscheider, der aber schon im Alter von einem Jahr nach Werdohl zog, dann einen ganzen Arbeitstag im Zwei-Mann-Betrieb Holzknecht in Neuenrade. „Aber ich habe ihm gesagt: ‚Ich mache dann doch Werbung für die Firma‘.“

Jetzt heißt es erst einmal warten. 18 junge Frauen und ebenso viele Männer wurden abgelichtet für den Kalender. Letztlich werden auf jedem Monatsblatt je ein weibliches und ein männliches Model zu sehen sein. Eine Jury wird die Entscheidung treffen, ob Wolf dabei ist.

Das erfährt er dann Anfang nächster Woche. Das Warten hat dann aber noch kein Ende. Denn von den verbleibenden zwölf Frauen und zwölf Männern kommt je die Hälfte im Frühjahr auf den Laufsteg der Handwerksmesse in München. Dort wird dann nämlich der Mister und die Miss Handwerk gewählt.

Wolf hat der Ehrgeiz gepackt: „Ich habe mein Bestes gegeben“, weiß er, dass er jetzt nichts mehr machen kann. „Aber klar: Ich will auf jeden Fall in München dabei sein.“

Der Profifotograf war

von Hendryk begeistert

Doch da wird die Jury nicht alleine aussieben. Wie schon bei der Entscheidung, wer zum Fotoshoot darf, wird Jedermann online für die Kandidaten voten dürfen. Und der 18-jährige Werdohler hat schon einmal genügend „Gefällt mir“-Klicks bekommen. Seine Chancen einschätzen mag er selbst trotzdem nicht. Viel zu unterschiedlich seien die Geschmäcker, befindet der lebenslustige junge Mann.

Seine Unbekümmertheit hat ihm auch vor der Kamera geholfen. Zwar sei er „ziemlich nervös“ gewesen und es sei ungewohnt, „dass dich 20 Leute anschauen“, doch der Profi-Fotograf habe sich enorm begeistert gezeigt. „Der sagte gleich nach dem ersten Bild: ‚Das kriege ich jetzt nicht besser hin. Das war perfekt‘.“ Auch ein Kamera-Team der Handwerkskammer und eines von Sat.1 habe gefilmt. Nach ein bis anderthalb Stunden sei alles vorbei gewesen.

Vor dem eigentlich Shooting wurde Wolf geschminkt. „Doch das fand ich eher lustig. Das war aufregend – ein Abenteuer.“ Und dabei habe er sich rundum wohl gefühlt. Eine Gage gab es am Ende nicht – lediglich 50 Euro für die Fahrtkosten.

Das Modeln wird nun nicht der neue Traumjob von Wolf. Zwar würde er das Angebot einer Profi-Agentur ohne zu zögern annehmen, „aber eigentlich gehöre ich ins Handwerk“. Schon als Kind habe er immer seinem Vater geholfen, wenn der etwas repariert, gebaut oder gebastelt habe. „Und auch bei allen Schulaufführungen gehörte ich zu denen, die aufgebaut haben.“

Sein Job mache ihm viel Spaß. Wichtig sei jetzt erst einmal, im Sommer 2012 die Lehre erfolgreich zu beenden. ▪ kol

Auf der Homepage http://www.handwerksblatt.de/gpp sind bereits Reservierungen für den Kalender möglich. Auf dem Markt erscheinen wird er im Oktober.

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