RTL-Moderatorin Nazan Eckes besucht Erich Kästner-Hauptschule Werdohl

Die TV-Moderatorin Nazan Eckes las in der Mensa der Erich Kästner-Hauptschule aus ihrem Buch „Guten Morgen Abendland“. ▪

WERDOHL ▪ Der Stolz über den Coup, RTL-Moderatorin Nazan Eckes für eine Lesung an die Werdohler Erich Kästner-Hauptschule geholt zu haben, war Gülcan Kiraz und Thomas Lammers anzumerken. „Danke dafür, dass sie heute an unsere Schule gekommen sind. Sie helfen uns Integration zu leben“, bedankte sich der Schulleiter für den Besuch der Moderatorin mit Migrationshintergrund.

„Oh mein Gott. Was für eine Begrüßung. Das ist ja Wahnsinn“, dankte auch Nazan Eckes für viel Applaus gleich zu Beginn und zeigte ihr Talent, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Die Schüler der Jahrgänge Neun und Zehn lauschten ruhig ihren Worten. Zwei Kapitel aus ihrem Buch „Guten Morgen Abendland: Almanya und Türkei – eine Familiengeschichte“ las die ausgebildete Journalistin vor. Da waren auch Bürgermeister Siegfried Griebsch und Ali Akdeniz vom türkischen Elternverein sehr interessiert.

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Nazan Eckes liest in der Erich-Kästner-Hauptschule in Werdohl

Genau dies forderte Eckes direkt von den Jugendlichen. Sie sollten zeigen, dass sie Interesse haben und die Arbeit der sozialpädagogischen Integrationskraft Gülcan Kiraz fruchte. Kiraz hatte zuvor von den Bemühungen berichtet die Moderatorin an die Schule zu holen. „Ich habe eine Mail ohne große Hoffnung verschickt, aber nach zwei Wochen kam die gute Antwort“, so Kiraz.

Anschließend stand aber der Lebensweg der in Köln geborenen Nazan Eckes im Mittelpunkt. Sie habe das Buch nicht geschrieben um ihr Privatleben in die Öffentlichkeit zu ziehen, sondern um zu zeigen: „Man kann super mit zwei Kulturen aufwachsen.“

Der Fußball war ein Thema in ihren Beschreibungen über das Leben als Tochter türkischer Eltern in Deutschland. „Ich habe zum EM-Finale 2008 eine schwarz-rot-goldene Party mit Freunden gefeiert“, las Eckes vor und beschreibt in diesem Kapitel ihre Gedanken zum Wir-Gefühl. „Wir Türken, wir Deutschen. Mal so, mal so. Das ist praktisch.“ Die Schranken in den Köpfen hätten die EM-Feierlichkeiten dann aber doch nicht komplett aufgelöst.

In einem zweiten Kapitel erzählt die Deutsch-Türkin eine schmerzhafte Kindheitserfahrung. Ihre Mutter erklärte der damals Sechsjährigen, dass es den Nikolaus nicht gebe und sie auch keine Geschenke bekomme. „Das war schlimm“, sagte Eckes lächelnd und betonte dann, dass sie aber sehr offensiv mit ihrer Religion umgegangen sei. Die gute Aufklärung ihrer Mutter habe dazu beigetragen, dass sie keine Angst habe, heute auf Fremde zu zugehen.

„Sie hat mich geküsst“, jubelte Gülcan Kiraz ihren Schülern zu, nachdem diese einige Fragen stellen durften. Anschließend gab es für alle noch etwas Zeit ein Autogramm zu holen oder sich gleich das Buch signieren zu lassen. Für die musikalische Umrahmung der zwei Stunden sorgten mit Sevgi Kahraman-Brust und Wolfgang Brust zwei an der Schule bekannte Gesichter. Auch Nazan Eckes klatschte begeistert mit, ehe sich aufgrund eines Termins in Köln verabschieden musste.

Begeistert war auch Jennifer Asmussen. Die 13-Jährige hatte sich ihr Buch signieren lassen, „denn ich schaue sie am Wochenende immer im Fernsehen.“ ▪ David Schröder

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