Markthändler zieht es auf den Brüninghaus-Platz

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Marktsprecher Christian Ziebolz und seine 25 Kollegen wollen geschlossen mit dem Werdohler Wochenmarkt auf den Brüninghaus-Platz umziehen.

Werdohl - Die Werdohler Markthändler sind sich einig, dass sie ihre Stände auf den Brüninghaus-Platz verlagern wollen. Das sagte am Donnerstag Marktsprecher Christian Ziebolz. Einige seiner Mitstreiter stimmten ihm zu, obwohl sie auch Sorgen einiger Geschäftsinhaber nachvollziehen könnten. Eine endgültige Entscheidung wird aber erst im kommenden Jahr fallen.

„Der Platz würde sich anbieten“, sagt Marktsprecher Christian Ziebolz. Die Bushaltestelle Kirche, direkt am Brüninghaus-Platz, wird laut Ziebolz seit einiger Zeit mehr angefahren. Die Marktbesucher wollten daher oft nicht mehr den Weg bis zum „Sand“ gehen und auf dem langen Weg ihre Taschen schleppen. Das ist laut Ziebolz vor allem für ältere Menschen immer häufiger ein Grund, nicht mehr oder nur noch selten und ganz gezielt den Wochenmarkt zu besuchen. „Uns fehlt hier komplett die Laufkundschaft“, klagt Ziebolz.

Dem stimmt auch Käseverkäufer Frank Rest zu. Er findet vor allem das Umfeld und die Atmosphäre auf dem neu gestalteten Brüninghaus-Platz schöner. „Das hier ist einfach keine Marktkultur“, sagt er, und meint damit auch die Mülltonnen, die direkt hinter seinem Stand stehen. Er wünscht sich, dass vor allem auch mehr jüngere Kunden angesprochen werden können. Das sei am jetzigen Markt-Standort nicht möglich.

Händler hoffen auf Laufkundschaft

Auf anderen Märkten, etwa in Schwerte oder Plettenberg, veranstalte er ab und zu Aktionen, um vielleicht auch neues Publikum zu gewinnen. Er biete beispielsweise Käseverkostungen an oder mache selber Flammkuchen. Das würde er auch gerne auf dem Brüninghaus-Platz umsetzen. So etwas solle dann eine richtige Party werden, wünscht sich Frank Rest.

Auch Eier- und Geflügelhändler Ziebolz erhofft sich von einem Umzug des Marktes wieder einen höheren Umsatz. Der sei zurückgegangen, seit der Markt sich bis in die Fußgängerzone zieht.

Auch Käsehändler Frank Rest würde einen Umzug mit seinem Stand „die käserei“ begrüßen. Dort seien die Atmosphäre und das Umfeld schöner.

Auch Tomek Szarko spricht sich für einen Umzug aus. „Es ist besser, wenn wir alle zusammen stehen. Und dort gibt es auch mehr Parkmöglichkeiten“, sagt der Wurstwaren-Händler. Auch er hofft auf mehr Laufkundschaft auf dem Brüninghaus-Platz, denn derzeit kämen fast nur Stammkunden an seinen Stand.

Der Wunsch nach einem Umzug wurde erstmals im Oktober geäußert, erzählt Ziebolz. Er habe mit allen rund 25 Händlern gesprochen. Die Idee habe er dann wiederum an die Stadt weitergegeben. Ein Umzug sei wohl kein Problem, habe man ihm dort gesagt. Eine Entscheidung dazu falle jedoch erst im nächsten Jahr.

Der zuständige Fachausschuss – also der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) – tagt am 14. Februar und könnte dann über einen möglichen Umzug abstimmten, sagt Bürgermeisterin Silvia Voßloh. Öffentlich geäußert habe sich aus den Reihen des Ausschusses aber noch niemand, so Voßloh.

Einzelhändler sind skeptisch

Bedenken zu dem Vorhaben hat Christian Ziebolz aber bislang nach eigenen Angaben noch nicht gehört – weder von den Markthändlern, noch von Seiten der Stadt. Einzig die Geschäfte in der Innenstadt hätten Sorgen geäußert, erzählt Frank Rest. Und die könne er durchaus nachvollziehen. Sie befürchten wohl, dass noch weniger los sei, sollte der Markt aus ihrer Nähe verschwinden.

Sobald ein „Ja“ zu dem Umzug vom Rat kommt, will Ziebolz mit einigen Markthändlern über die Logistik sprechen. Der Brüninghaus-Platz müsse dann ausgemessen und die Stände verteilt werden, sodass es ein schönes Bild ergebe. Vorarbeit habe er bereits mit dem Bauhof geleistet, der versicherte, dass auf dem Brüninghaus-Platz Strom verlegt ist. Der wird dann auch erstmals an diesem Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt zum Einsatz kommen. Gleichzeitig sei das auch die Premiere für den Brüninghaus-Platz, sagt Bürgermeisterin Voßloh. Dort sei dann zu sehen, wie Marktstände auf dem Platz angeordet sein könnten.

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