Umzug der Realschule zum Riesei: CDU wird entscheiden

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Werdohl - Alles läuft darauf hinaus, dass die Stimmen der CDU-Fraktion in der Ratssitzung am 20. November entscheiden, ob die Realschule am Standort Köstersberg bleibt oder auf Antrag der SPD zum Riesei umziehen soll.

Die WBG wird den Antrag nicht unterstützen, weil sie einen eigenen, weitergehenden Prüf-Antrag gestellt hat. Die Schulleitung der Realschule mischt sich in die öffentliche Diskussion nicht ein und verweist auf „enge und vertrauensvolle Gespräche“ mit dem Schulträger, der Stadt Werdohl. Die Sicht der Eltern macht die Schulpflegschaftsvorsitzende Tatjana Pulter auf Nachfrage unserer Redaktion deutlich. 

Bis auf die Position der CDU liegen alle Meinungen und Ansichten auf dem Tisch. Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann weiß, dass in dieser Sache alle Augen auf ihn gerichtet sind. Seine Argumentation und das Abstimmungsverhalten der CDU werde er erst im Rat offenlegen. Konkretes ist ihm im Gespräch nicht zu entlocken. Ein wenig orakelt Ohrmann doch: „Es könnte doch sein, dass eine Mehrheit im Rat die Schule in der Stadtmitte behalten will.“ 

Ohrmann bringt die CDU/FDP-Landesregierung ins Spiel, die eine andere Linie als die SPD/Grünen-Vorgänger verfolgten: „Wird es möglich sein, beide Schulformen in Werdohl zu erhalten?“ Die frühere Landesregierung habe zu verstehen gegeben, dass die Gesamtschule nicht mit dauerhaft drei Eingangsklassen zu halten sei. Von der neuen Landesregierung kämen andere Signale. 

WBG: Kein Kurzschluss-Entscheid

Für WBG-Sprecher Volker Oßenberg ist die Abstimmungslage im Rat vollkommen klar: „Unser Antrag zur Schullandschaft schließt den Antrag der SPD aus – zumindest im Moment.“ Die WBG wolle keinen Kurzschluss-Entscheid. „Leerziehen und abreißen ist nicht unser Interesse“, so Oßenberg. Die WBG wolle die Schullandschaft nicht nur erhalten, sondern möglichst auch ausweiten. 

Dass der nicht-öffentliche Arbeitskreis Schule nach zwei Jahren Arbeit keine Ergebnisse vorweisen könne, will Oßenberg nicht so stehen lassen. Im Arbeitskreis Schule waren alle denkbaren Varianten besprochen worden, unter anderem wurde sogar die Idee diskutiert, Gebäudeteile der Gesamtschule stillzulegen. Was sollte da eine neuerliche Untersuchung bringen? Oßenberg: „Die Zeiten haben sich seit der letzten Prüfung geändert, vielleicht gibt es neue Möglichkeiten.“ 

Diskussion ist "total nervend"

Tatjana Pulter und die Eltern der Realschule halten die jedes Jahr im November aufflammende Diskussion über den Standort der Realschule für „total nervend“. Es müsse endlich eine Entscheidung her, die dauerhaft für Ruhe sorgt. 

Die Eltern der Realschule hätten sich ganz bewusst für den Standort in der Stadt und den Halbtagsbetrieb entschieden. Eltern in Werdohl müssten die Möglichkeit haben, zwischen unterschiedlichen Schulformen aussuchen zu können. Eltern und Schüler schätzten die familiäre Atmosphäre an der Realschule: Jeder Lehrer kenne jeden Schüler. Das Hautpschulgebäude am Riesei sei nicht so ansprechend wie das der Realschule. Zudem werde befürchtet, nach einem Umzug zum Riesei von der Gesamtschule geschluckt zu werden. Und zum Schluss: „Unsere Schule läuft gut, warum sollen wir die Probleme der Gesamtschule lösen?“

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