Umtausch-Geschäft ist rückläufig

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Hannelore Böll, Filialleiterin von Ernstings’ Family, stellt nicht nur zur Weihnachtszeit fest, dass Kunden vermehrt Waren wieder umtauschen möchten. ▪

WERDOHL ▪ Die Bescherung ist vorbei – und traf auch in diesem Jahr bei dem ein oder anderen nicht den Geschmack. Dementsprechend stellt sich der Handel seit gestern auf das Umtausch-Geschäft ein. Doch der erste Tag verlief eher ruhig. Auch die vielfach verschenkten Gutscheine liegen noch unter den Weihnachtsbäumen.

„Bis jetzt haben wir noch keinen einzigen Umtausch verzeichnet“, sagt WK-Geschäftsführer Manfred Beiske. Vielleicht sei das auch ein Indiz dafür, dass die Kunden gut beraten und ihre Geschenke richtig ausgewählt haben. „Die Leute kaufen bewusster und machen sich im Vorfeld mehr Gedanken über den zu Beschenkenden“, stellt Beiske seit einiger Zeit fest. Vor allem Spielwaren und Bücher waren gefragte Waren. „Angst“ von Robert Harris, „Schweinskopf Al Dente“ von Rita Falk und Gaby Kösters „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ entpuppten sich als wahre Bestseller.

„Es hält sich im Rahmen“, ist aus der Buchhandlung Wagener zu hören. Drei Kunden hätten ihre Weihnachtsgeschenke lieber wieder zurück gegeben. „Das ist nicht so mein Ding“, wollte ein Beschenkter sich lieber eine andere Leselektüre aussuchen. Zwei weiteren Kunden brachte das „Christkind“ zur Bescherung ein Buch doppelt, wie Filialleiterin Friederike Krähling berichtet und beim Umtausch gerne behilflich war.

Kaum Reklamationen oder die Bitte um Umtausch sind bei der Parfümerie Aurel/Atta Fotowelt bis jetzt eingegangen. Neben Düften und Gutscheinen, die hauptsächlich in der Parfümerie über die Ladentheke gingen, waren Familienfotos oder Fotos in 3-D-Scanns – verpackt in einem Kristallglas – bei Atta besonders gefragt. „Und die tauscht sicherlich niemand um“, ist Uwe Klappert überzeugt.

Von wenig Umtausch und Reklamationen berichtet auch Hannelore Böll, eine der beiden Ernstings’ Family-Filialleiterinnen. „Noch ist nicht viel los. Bis jetzt hatten wir eine Reklamation und einen Umtausch. Ich denke, dass am kommenden Donnerstag, wenn Markt ist, viele in die Stadt gehen und diese Gelegenheit dann für einen Umtausch nutzen.“ Die Filialleiterin stellt seit einiger Zeit fest, dass das Umtauschgeschäft in ihrem Laden zu nimmt. „Ich denke, dass sich die Leute lieber zu Hause umziehen und sich dort noch eine weitere Meinung einholen.“

Keinerlei Umtausch findet derweil bei Radio Lüling statt. „In der Regel installieren wir die Geräte beim Kunden zu Hause. Tritt ein Defekt auf, bemerken wir das noch vor Ort“, erklärt Lothar Peiser, einer der beiden Geschäftsinhaber. Ein Umtausch fällt somit komplett weg.

Hinzu komme: „Wer einen Fernseher kauft, informiert sich vorab ausführlich und tauscht das Gerät später nicht mehr um.“ Allerdings stellt er ein verändertes Kaufverhalten fest. „Früher, als die Firmen noch vermehrt Weihnachtsgeld an ihre Mitarbeiter auszahlten, kamen die Leute schon Ende November, um sich etwas zu gönnen“, erinnert sich Peiser. „Heute kaufen die Kunden erst, wenn etwas kaputt gegangen ist.“ Allerdings hätten die vielen Neuheiten wie LED-Fernseher oder Flachbildschirme dieses Weihnachtgeschäft überraschenderweise vorangetrieben. ▪ sr

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