Gasanlagen und -geräte werden erfasst

Umstellung von L- auf H-Gas: Monteure in Werdohl unterwegs

Die Abgasmessung ist ein wesentlicher Teil der Bestandsaufnahme, berichtet Gatter-3-Projektleiter Sebastian Wagner. Er erklärt genau, wie die Monteure bei der Erfassung der Kundengeräte vorgehen.
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Die Abgasmessung ist ein wesentlicher Teil der Bestandsaufnahme, berichtet Gatter-3-Projektleiter Sebastian Wagner. Er erklärt genau, wie die Monteure bei der Erfassung der Kundengeräte vorgehen.

„Wir wollen Trittbrettfahrern keine Chance geben. Deshalb klären wir genau über den Besuch unserer Monteure auf“, sagt Sebastian Wagner. Der Plettenberger ist Projektleiter des Unternehmens Gatter 3 aus Holzwickede.

Dessen Monteure sind seit Beginn des Jahres in Werdohl unterwegs, um sämtliche Gasanlagen in Privathaushalten und Gewerbebetrieben vor dem Hintergrund der Umstellung von L-auf H-Gas unter die Lupe zu nehmen.

Ganz besonders wichtig: „Die Bestandsaufnahme, die wir jetzt durchführen, ist kostenfrei“, unterstreicht Wagner. Kunden erhielten keine Rechnung und müssten natürlich auch keinesfalls sofort Beträge in Bar oder mit Karte bezahlen. Zudem können sich die Monteure ausweisen. „Sie tragen ihre Lichtbildausweise gut sichtbar“, sagt Wagner. Zudem seien sie mit gelben Warnwesten ausgestattet. Und: „Sie kennen die Legitimations-Pin, die wir den Kunden vorab mit der Besuchsankündigung zugeschickt haben“, unterstreicht der Gatter-3-Projektleiter. Diese Pin könnten die Monteure in ihrem Tablet nachsehen. Die Namen der Gas-Fachleute seien nicht nur bei den Stadtwerken, sondern auch beim Ordnungsamt und bei der Polizei bekannt.

Bestandsaufnahme läuft

Den genauen Ablauf der Bestandsaufnahme erklärt Sebastian Wagner an einer Heizungsanlage, die sich in einer Gas-Übergabestation im Stadtgebiet befindet. „Der Monteur geht zuerst zum Gaszähler und vergleicht dort die ihm vorliegende Zählernummer. Dann verfolgt er die Gasleitung bis zum jeweiligen Gerät.“ Dieses müsse zunächst einwandfrei identifiziert werden. „Dazu dient das jeweilige Typenschild“, stellt der Plettenberger fest. Dieses Schild, das in diesem Fall unter der Anlage befestigt ist, fotografiert Wagner mit seinem Tablet. Auch ein Foto der gesamten Anlage gehört zur Bestandsaufnahme.

Sebastian Wagner fotografiert das Typenschild der Heizungsanlage mit seinem Tablet. So gehen auch die beauftragten Monteure vor.

In der Regel sei es bei dieser Vorgehensweise kein Problem, ein Gerät zu bestimmen. „Sind die Anlagen aber schon sehr alt, kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass das Typenschild nicht mehr lesbar ist“, berichtet Wagner. In einem solchen Fall müsse der Monteur eine Mängelkarte ausstellen. „Es gibt inzwischen 27 000 unterschiedliche Typen. Und die Umstellung auf H-Gas ist nur möglich, wenn das Gerät identifiziert ist.“

Hilfe durch den Schornsteinfeger oder den Fachbetrieb

Hilfe erhalten Gaskunden dann entweder von ihrem Schornsteinfeger oder dem Fachbetrieb, der ansonsten beispielsweise die Wartung, beziehungsweise Reparaturen durchführt. „Diese Ansprechpartner sind sehr bemüht, um den Kunden zu helfen. Das habe ich während der Bestandsaufnahme in Plettenberg schon erlebt“, erklärt Sebastian Wagner.

Erfassung bis Ostern

Seit Beginn dieses Jahres sind die Monteure des Unternehmens Gatter 3 in Werdohl zur Bestandsaufnahme der Gasgeräte unterwegs. Bis Ostern soll diese abgeschlossen sein. Die technische Anpassung der Gasgeräte auf das H-Gas erfolgt dann im Stadtgebiet nach derzeitigem Planungsstand frühestens ab Oktober 2022.

Bei Beratungsbedarf können sich die Werdohler Gaskunden im neu eingerichteten Erdgasbüro informieren. Unter Tel. 0800/9370753 oder per Mail erdgasbuero@ stadtwerke-lenne.de können zudem auch Termine vereinbart werden.

Je nach Gerätetyp müssten in den kommenden Monaten weitere Vorbereitungen für die Umstellung von L- auf H-Gas getroffen werden. „In diesem Fall erhält der Kunde eine Mängelkarte, die von einem Fachunternehmen abgearbeitet werden muss.“ Auch auf etwaige kleinere Mängel machen die Monteure aufmerksam, versichert der Gatter-3-Projektleiter.

Werden die Grenzwerte überschritten, gibt es eine Mängelkarte

Für den Fall, dass bei der folgenden Abgasmessung durch den Monteur die zulässigen Grenzwerte überschritten würden, stelle der Gatter- 3-Mitarbeiter unverzüglich eine Mängelkarte aus. „Unsere Messung ist genauer als die der Schornsteinfeger. Wir messen nicht nur unter Volllast, sondern auch unter Teillast.“ Im schlimmsten Fall – wenn von der Anlage eine Gefahr ausgehe – müsse sie sofort stillgelegt werden. Das sei aber sehr selten und erfolge in Absprache mit dem Heizungsbauer, damit der Mangel möglichst schnell behoben werden könne.

Für die Erfassung eines Gerätes, beziehungsweise einer Anlage, seien jeweils 15 Minuten Zeit eingeplant. Zum Schluss klebt der Monteur einen gelben Aufkleber auf das erfasste Gerät. „Nur in Ausnahmefällen können unsere Monteure das im Anschreiben für den Besuch angegebene Zeitfenster von zwei Stunden nicht einhalten“, weiß Sebastian Wagner aus Erfahrung. Sollte es doch dazu kommen, könnten die Kunden leider aber nicht telefonisch informiert werden. „Wir haben ja bisher noch keine Kontaktdaten. Die fragen unsere Monteure bei ihren Besuchen jetzt natürlich ab, damit wir die Kunden bei dem Termin für die Anpassung noch besser informieren können.“‘

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