Umsteigen am Bahnhof stört Ütterlingser Senioren

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MVG-Pressesprecher Jochen Sulies hatte gestern viel zu tun. In Ütterlingsen stand er vor dem Infobus einem Filmteam Rede und Antwort. ▪

WERDOHL ▪ Eine bessere Verzahnung der einzelnen Linien – dieses Ziel verfolgt die MVG mit ihrer am Montag in Kraft getretenen Fahrplanänderung. Das stößt nicht überall auf Begeisterung. „Warum muss ich jetzt am Bahnhof umsteigen, wenn ich in die Stadt will?“, fragte eine Seniorin aus Ütterlingsen, als der Infobus des Unternehmens an der dortigen Schule Station machte. Sie ärgert sich sehr darüber, dass die Busse der Linie 62 jetzt nicht mehr bis in die Innenstadt durchfahren.

Für Christa Schäfers ist das Umsteigen ganz besonders ärgerlich. Grund: Am Bahnhof wurde zur Umsetzung des Zieles mehr Platz benötigt, die Linie 62 hält an einer neu eingerichteten und höchst provisorischen Haltstelle direkt vor dem Bahnhofsgebäude. Da gibt es nur Markierungen, keinen Bussteig – für die gehbehinderte Rentnerin ist es „fast unmöglich“, dort mit ihrem Rollator in den Bus zu kommen. Für die Haltestellen und deren Ausstattung sei nicht die MVG zuständig, sondern die Stadt, sagte MVG-Pressesprecher Jochen Sulies gestern zu dieser Beschwerde.

Für einige Verwirrung sorgen neue Liniennummern für einige Verbindungen. „Warum müssen unsere Kinder jetzt am Bahnhof umsteigen? Das macht doch überhaupt keinen Sinn“, fragte eine Mutter am Montag im Infobus und überforderte damit sogar die MVG-Servicemitarbeiter. Des Rätsels Lösung wusste dann erst Jens Piepenstock, der in der MVG-Zentrale den Schülerverkehr koordiniert: Der Bus, der morgens die Ütterlingser Schüler zum Riesei bringt, kommt als Linie 62 aus Ütterlingsen an, wird dann am Bahnhof zur 65 und fährt weiter zum Riesei. Von Umsteigen kann also keine Rede sein, obwohl sowohl die elektronische Fahrplanauskunft im Internet als auch die gedruckten Fahrpläne das anders darstellen.

Kritik ganz anderer Art übt SV-Leser Heinz-Werner Turk: Wegen der vielen Änderungen hat er sich das fast 800 Seiten dicke Fahrplanbuch gekauft. Neben den Businformationen sind im hinteren Teil des Buches auch Informationen über den heimischen Schienenverkehr – aber die seien lückenhaft, meint Turk: „Leider habe ich vergeblich gesucht, Fahrzeiten von Werdohl nach Hagen oder Siegen zu bekommen, diese Linien sind wohl schlichtweg vergessen worden, lediglich der Verkehr von Hagen nach Iserlohn ist auf 14 (!!) Seiten aufgeführt.“ Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil ja der Fahrplan der Linie 36 nach Altena mit Hinweis auf den parallel fahrenden und deutlich schnelleren Abellio deutlich ausgedünnt worden ist. Was dann übrigens bei einem anderen Fahrgast schlecht ankommt, der am Montag im Infobus seinem Unmut freien Lauf ließ: „Ich arbeite in Dresel – jetzt komme ich nach Schichtende mit dem Bus nicht mehr nach Hause“.

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