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Umbruch bei den katholischen Kitas: Eine Einrichtung wird ausgebaut, eine verschwindet

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Von: Volker Heyn

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Die katholische Kita St. Bonifatius in Eveking wird in den nächsten Jahren mit St. Michael in der Stadtmitte zusammengelegt. Dann soll die Einrichtung in Eveking durch die Stadt oder einen noch zu findenden Träger weitergeführt werden.
Die katholische Kita St. Bonifatius in Eveking wird in den nächsten Jahren mit St. Michael in der Stadtmitte zusammengelegt. Dann soll die Einrichtung in Eveking durch die Stadt oder einen noch zu findenden Träger weitergeführt werden. © Volker Heyn

Die beiden Werdohler katholischen Kindertageseinrichtungen St. Michael und St. Bonifatius stehen vor sehr großen Veränderungen. Das wurde erst durch Recherchen unserer Zeitung öffentlich bekannt.

Werdohl – Die Kita St. Michael in der Stadtmitte soll zu einer modernsten Standards entsprechenden viergruppigen Einrichtung ausgebaut werden. In den nächsten Monaten wird beim Kita-Zweckverband des Bistums Essen entschieden, ob das Gebäude umgebaut werden soll, ob ein Anbau nötig wird oder ob abgerissen und komplett neu gebaut werden soll.

Für die zweigruppige Einrichtung St. Bonifatius in Eveking bedeutet das letztlich, dass dieser Kindergarten als katholische Einrichtung aufgegeben wird. Gebietsleiterin Iris Leidel spricht davon, in dem Zuge der Ertüchtigung von St. Michael nach dem Programm „Kita 4.0“ (» siehe Infobox) beide Einrichtungen in der Werdohler Innenstadt zusammenzulegen.

De facto wird sich der Zweckverband von St. Bonifatius trennen, sobald die neue Kita St. Michael fertiggestellt ist. Das kann auch schon Mitte der 2020er-Jahre der Fall sein. Ehrgeiziges Ziel sei es, St. Michael als viergruppige Einrichtung mit U3-Betreuung bis 2025 fertiggestellt zu haben. Wenn das aber länger dauere, werde St. Bonifatius in Eveking auch so lange weiterbetrieben.

Im Rathaus sind diese Pläne intern schon seit Monaten bekannt. Iris Leidel war zur Information der Politik zwar in den Jugendhilfeausschuss eingeladen worden, konnte diesen Termin aber nicht wahrnehmen.

Für die Kindergartenbedarfsplanung ist bei der Stadt Werdohl Sabine Bleckmann zuständig. „Der vom Zweckverband geplante Ausbau von St. Michael kommt unserer Kindergartenbedarfsplanung zugute“, sagt sie. Schließlich gebe es schon länger einen nicht gedeckten Bedarf an Kita-Plätzen in der Stadtmitte. Das ist auch in der im Jugendhilfeausschuss vorgestellten Kindergartenbedarfsplanung so attestiert (wir berichteten).

Das Zukunftsprogramm „KiTa 4.0“

Der Zweckverband Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen wird durch Geschäftsführerin Mirja Wolfs mit einigen Referentinnen in Essen geleitet. Dazu gibt es zwölf räumliche Gebietsleitungen. Für den Märkischen Kreis ist Iris Leidel Gebietsleiterin, kommissarisch ist sie auch für St. Peter und Paul in Hattingen zugeordnet. Jede Gebietsleiterin ist für etwa 20 Einrichtungen im Bistum Essen zuständig.

Alle Kindertageseinrichtungen im Zweckverband werden unter dem Programm „KiTa 4.0“ entwickelt. Ziel dieses Programms ist es, dass am Ende nur viergruppige und auf den modernsten Stand gebrachte Einrichtungen betrieben werden sollen. Eine Baubeschreibung einer so genannten Muster-Kita ist erstellt, fortan gibt es verbindliche und einheitliche Vorgaben für Um- und Neubauten sowie Instandhaltungsmaßnahmen im Verband.

Wirtschaftlichkeit ist beim Programm „KiTa 4.0“ eines der wichtigsten Kriterien. Im Programm heißt es: „Erträge zu steigern und Kosten zu reduzieren, muss immer im Vordergrund stehen.“ Zum Thema Immobilien ist zu lesen: „Ältere, oft kleinere Einrichtungen werden zu größeren, zukunftsfähigen Einheiten zusammengelegt. Dazu planen wir pro Jahr den Neubau von fünf modernen Kitas im Investorenmodell.“

Die Kita-Plätze von St. Bonifatius in Eveking würden dort auf jeden Fall benötigt, so Bleckmann. Falls sich der katholische Träger dort zurückziehe, werde die Stadt für einen weiteren Betrieb sorgen. Entweder übernehme die Stadt die Einrichtung, oder sie bemühe sich um einen anderen Träger. Bleckmann bestätigte diese Haltung seitens der Stadt und des Bürgermeisters.

Der Annahme, St. Bonifatius werde 2025 geschlossen, wirkte Iris Leidel massiv entgegen. Zwar sei für die Schließung des zweigruppigen katholischen Kindergartens in Neuenrade, der auch zur Pfarrei St. Michael gehört, dieses Zieldatum ausgegeben worden. Für St. Bonifatius gelte esr aber nicht. Weil es dort noch nichts wirklich Konkretes zu berichten gebe, seien die Eltern bislang nicht informiert worden.

Wegen einer offenkundigen Fehlplanung der Kindergartenbedarfsplanung, die in Neuenrade durch den Kreis betrieben wird, wird die katholische Kita „Unterm Regenbogen St. Marien“ schon 2024 geschlossen.

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