Umbau Bahnhof: Suche nach Originalfarbe

Der Werdohler Bahnhof im Jahr 1971 im Original-Anstrich. Da war die Welt noch in Ordnung, gab es Wartesäle und eine Bahnhofsgaststätte. Der Verfall begann jedoch nur wenige Jahre später.

WERDOHL ▪ Der Januar ist zwar gerade erst ein paar Tage alt – aber er wird, was die Sanierung des historischen Bahnhofsgebäudes betrifft, so etwas wie der Monat der Wahrheit. Das vom Architekturbüro Fiebig (Kleinhammer) erstellte Leistungsverzeichnis für das erste Maßnahmenpaket liegt im Rathaus vor und wird eingehend beleuchtet.

Die Erneuerung des Daches, der Fassade, Fenster und Türen – damit soll im Frühjahr begonnen werden. Bevor das jedoch soweit ist, stehen für den Außenbereich des Gebäudekomplexes noch diverse Untersuchungen an; zum Teil sind sie schon durchgeführt, zum Teil sollen sie bis Ende der nächsten Woche abgeschlossen sein. Dann, so Werdohls Chef-Planer Wilfried Arlt auf Nachfrage, dürfte endgültig klar sein, ob über den bisherigen Umfang hinaus noch zusätzliche Leistungen zu berücksichtigen seien.

Zwar sind vom Landesdenkmalamt keine zusätzlichen Fördermittel zu erwarten, doch trotzdem ist diese Behörde jetzt in die einzelnen Gestaltungsschritte eingebunden. So wurde (und wird) einer Forderung aus Münster nachgekommen, wonach die ursprüngliche Farbgestaltung der Fassade und Wände des Bahnhofes festgestellt werden soll.

Dazu hat die Firma Bathe aus Engelskirchen – spezialisiert auf historische Bauten – Teile der Außenfassade mit heißem Wasser bearbeitet, um die jetzige, schon recht bröselige Schicht abzutragen und den Originalton erkennbar zu machen. Taubengrau bis grau-braun – das werden viele Werdohler noch wissen – stellte sich das Gebäude über Jahrzehnte dar, bis es etwa Ende der siebziger Jahren den jetzt sichtbaren aber nicht mehr allzu feinen Anstrich erhielt.

Untersucht wird darüber hinaus auch die gebogene Decke der Bahnhofshalle. Auch sie ist vor geraumer Zeit gestrichen worden, und auch hier will man wissen, welche Originalfarbe diese Decke hatte.

Welche Farbgestaltung die Bahnhofsfassade im Zuge der Sanierung erhalten soll, bleibt abzuwarten. Das Denkmalamt, „zu dem wir ein gutes Verhältnis haben“, wird zwar einen Vorschlag unterbreiten, so rechnet Wilfried Arlt, doch ob darauf eingegangen wird, ließ er offen. Während des Jahresempfangs am 23. Januar im Festsaal Riesei könne damit gerechnet werden, dass ein Farbkonzept vorgestellt werde.

Einen Tag später werde der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung umfassend über den Stand zur ersten Stufe der Bahnhofssanierung durch den Bürgermeister informiert. Dann spätestens, so die Vorstellung des Planers, werde auch klar sein, wie die Gerüste an der Bahnhof-Rückseite (zu den Gleisen hin) in Stellung gebracht werden. Hier sei – gerade im Sinne einer umfassenden Sicherheit – noch eine detaillierte Abstimmung erforderlich, an der selbstverständlich auch die Bahn AG beteiligt ist.

Alles in allem „läuft jetzt alles nach Plan“, so Arlt, der noch anfügte, dass in absehbarer Zeit im Sinne einer Bestandsaufnahme auch eine Prüfung der Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen folgen werde.

Rainer Kanbacah

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