Ulla Schmidt besucht Märkische Werkstätten

+
Dagmar Freitag (links) und Wilhelm Jansen (2. von rechts) begleiteten Ulla Schmidt gestern bei ihrem Besuch in den Märkischen Werkstätten. Gesprächspartner war dort Frank Stahlhacke.

Werdohl - Die in den Märkischen Werkstätten beschäftigten Menschen haben mit der Lebenshilfe eine Lobby, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft zu ermöglichen. Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt schaute sich dort um.

Begleitet wurde sie von der SPD-Bundestagskandidatin Dagmar Freitag und dem Werdohler Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Jansen. 

„Teilhabe ist ein Menschenrecht“, sagte Schmidt und lobte, dass dieses Thema in NRW besonders ernst genommen werde. Hier würden grundsätzlich alle Behinderten in speziellen Werkstätten beschäftigt, auch die mit extrem hohem Förder- und Betreuungsbedarf. Das hat zum einen eine psychologische Komponente: Das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas zu leisten, sei für seine Beschäftigten ein immenser Gewinn, erklärte Produktionsleiter Frank Stahlhacke. Weil die Arbeit bezahlt wird und auch Sozialversicherungsabgaben abgeführt werden, sei die Arbeit auch wichtig für die spätere Altersversorgung, ergänzte Schmidt. 

Die SPD-Politikerin gehört seit 1990 dem Deutschen Bundestag an. Von 2001 bis zum Oktober 2009 war sie Bundesministerin für Gesundheit. „Unerbittliche Kämpferin“ für die Rechte behinderter Menschen sei Schmidt in der SPD-Fraktion und im Bundestag, erklärte Dagmar Freitag. Tatsächlich erwies sich die Rheinländerin gestern als sehr kompetent, wenn es um das Bundesteilhabegesetz und die damit verbundenen Veränderungen ging. Aufgabe sei es, möglichst viele Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, sagte sie und zählte auf, mit welchen Hilfen Firmen ab dem kommenden Jahr rechnen können: Ab dann gibt es die Möglichkeit dauerhafter Lohnkostenzuschüsse und zeitlich unbegrenzter Betreuung durch Therapeuten und Betreuer der Werkstätten. 

Außerdem sei gewährleistet, dass Betroffene jederzeit in den geschützten Bereich der Werkstätten zurückkehren könnten. Heute schon gibt es rund 50 Mitarbeiter, die – mal in einer Gruppe, mal als Einzelperson – in anderen Unternehmen arbeiten und von der Gewerbestraße aus betreut werden. „Das klappt meistens auch ganz gut“, sagte Stahlhacke. Die zum evangelischen Johanneswerk gehörenden Werkstätten und ähnliche Einrichtungen sind also nicht überflüssig, wenn die berufliche Inklusion Fortschritte macht. 

Dass Stahlhacke und der Johanneswerk-Geschäftsbereichsleiter „Arbeit und Teilhabe, Patric Schleifenbaum, keinen Zweifel an der Zukunft des Betriebes haben, zeigen jüngst vorgenommene, nicht unerhebliche Investitionen in der Wäscherei. Sie wurde erheblich vergrößert, neben mehreren Bügeltischen wurden vollautomatische Hemd- und Hosenbügler angeschafft. Ein neuer Trockner arbeitet mit Gas und spart einige hundert Euro Energiekosten im Monat. Gerade dieser Bereich der Werkstätten müsse effektiv und produktiv sein, erklärte Stahlhacke während des Schmidt-Besuches.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare