Ütterlingser: „Schule soll hier bleiben“

Silke Kreikebaum und Dilek Kaya vom Quartiersmanagement Ütterlingsen haben am Montag eine Unterschriftensammlung.

WERDOHL ▪ Silke Kreikebaum und Dilek Kaya vom Quartiersmanagement Ütterlingsen haben am Montag eine Unterschriftensammlung mit mehr als 650 Einträgen an Bürgermeister Siegfried Griebsch übergeben. Mehr als 450 der Unterzeichner wohnen in Ütterlingsen und möchten, dass in ihrem Stadtteil eine Grundschule erhalten bleibt.

Die beiden Frauen haben die Liste am Montag übergeben, damit der heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagende Schul-Arbeitskreis ein Meinungsbild aus dem Stadtteil hat. Wie bereits mehrfach berichtet, hat die Evangelische Kirchengemeinde an die Stadt den Wunsch herangetragen, die evangelische Grundschule von Ütterlingsen zurück in die Stadtmitte zu holen. In einem von David Froessler von der Innovationsagentur NRW moderierten Gespräch sollen heute im Rathaus die Möglichkeiten dieser Rückverlagerung erörtert werden.

„Wir können auch ganz Ütterlingsen befragen“, sagten Kaya und Kreikebaum gestern bei der Übergabe. Längst nicht alle Haushalte seien angesprochen worden. Die Unterzeichner möchten, unabhängig von der konfessionellen Ausrichtung der Schule, dass überhaupt ein Schulstandort in Ütterlingsen erhalten bleibe. In vielen Gesprächen sei deutlich geworden, so Kreikebaum, dass viele Ütterlingser keinen Leerstand in dem erst im vergangenen Sommer renovierten Gebäude sehen wollten. „Manche sprechen sogar von Geldverschwendung“, so Kaya. Vier Wochen lang wurde im Stadtteilbüro, im Nachbarschaftshilfezentrum und im Fitnesstreff gesammelt. Einige Ütterlingser seien aus eigener Initiative mit den Listen losgezogen. Fazit: „Es soll eine Schule in Ütterlingsen bleiben.“ Auf Plakaten warben die Quartiersmanagerinnen für Unterschriften unter dem Motto „Lernen statt Leerstand“.

Bürgermeister Griebsch stellte bei der Übergabe der Listen am Montag fest: „Ein Leerstand kann auf keinen Fall in Frage kommen. Es ist das schönste Schulgebäude im ganzen Stadtgebiet.“ Über die Funktion einer Schule in einem Stadtviertel brauche seiner Ansicht nach niemand zu diskutieren: „Das ist klar.“ Für ihn gehe es in dem Gespräch im Ergebnis darum, dass „für sehr lange Zeit Ruhe einkehrt in Ütterlingsen.“ Der Ortsteil habe bereits eine „wahnsinnige Entwicklung“ hinter sich, die nicht gebremst werden dürfe.

Die Stimmung in der Ütterlingser Bevölkerung gab Kreikebaum wieder. Viele seien traurig darüber, dass sich die Kirchen bereits zurückgezogen hätten. „Wenn jetzt noch die Schule geht, dann haben wir gar nichts mehr“, habe sie oft gehört.

Bürgermeister Griebsch sagte gestern, er habe eine eigene Meinung zu dem Thema, und diese Meinung werde er heute Abend dem Arbeitskreis mitteilen. Ansonsten wolle er die Diskussion abwarten. Darüber berichtet werden könne – wenn überhaupt – frühestens Mittwoch.

Volker Heyn

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare