Abbrucharbeiten in Werdohl

In Werdohl verschwinden zwei Häuser mit 17 Wohnungen

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Ein 25-Tonnen-Bagger zerlegt die beiden Häuser in ihre Einzelteile.

Werdohl - Die Wohnungsgesellschaft Werdohl-Neuenrade (Woge) lässt derzeit in Ütterlingsen zwei Mehrfamilienhäuser abreißen. Wohnungen in Häusern dieser Bauart seien nur noch schwer zu vermieten, begründet Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste den Schritt.

Bereits im Jahr 2013 hatte die Woge in Ütterlingsen vier ihrer Immobilien abreißen und die somit entstandene Freifläche neu gestalten lassen.

Den Häusern mit den Nummern 9 und 11 an der Leipziger sowie 22 und 24 an der Berliner Straße folgen nun die mit den Nummern 20 und 22 an der Leipziger Straße.

Mit einem 25-Tonnen-Bagger zerlegt ein Plettenberger Abbruchunternehmen die Häuser in ihre Einzelteile: Steine, Holz, Kunststoff und Metalle werden fein säuberlich voneinander getrennt, damit sie auf unterschiedlichen Wegen entsorgt beziehungsweise recycelt werden können. Etwa drei Wochen soll es dauern, bis alles auf dem Boden liegt, anschließend soll der Schutt eine Woche lang abgefahren werden.

Die Woge reagiere mit dem Abbruch auf die Entwicklung am Wohnungsmarkt, sagte Wöste, wollte dabei aber keineswegs den Eindruck erwecken, die Gesellschaft weiche vor der Konkurrenz zurück. „Werdohl hat eine Schrumpfungstendenz, deshalb haben wir steigende Leerstände“, gab Wöste aber zu.

Erste Mieter zogen 1958 ein

Die beiden Häuser, die jetzt abgerissen würden, seien sogenannte dreispännige Häuser: Auf jeder der drei Etagen befänden sich – mit einer Ausnahme – drei Wohnungen, von denen die jeweils mittlere die am wenigsten attraktive sei. „Insgesamt sind die Wohnungen in diesen Häusern nur schwer zu vermieten“, stellte Wöste fest.

Deshalb fallen diese im Jahr 1958 erstmals bezogenen Häuser und mit ihnen 17 Wohnungen nun auch dem Abbruchbagger zum Opfer. Offenbar verfügt die Woge in Werdohl noch über genügend andere Wohnungen, um die Nachfrage am Markt zu befriedigen.

Gleichzeitig, betonte Geschäftsführer Wöste, werde durch den Abbruch und die für den Anschluss geplante Neugestaltung der freigewordenen Flächen, die Lebensqualität für die verbleibenden Mieter in Ütterlingsen verbessert.

Woge-Strategie ist nicht neu

Diese Strategie hatte die Woge auch schon vor sieben Jahren verfolgt, als sie die durch den Häuserabbruch entstandenen Freiflächen mit Grünstreifen umgestaltet und die Leipziger und die Berliner Straße mit einer Treppenanlage verbunden hatte.

Dahinter steckte das Ziel, in Ütterlingsen eine klimafreundliche und demografiefeste Siedlung entstehen zu lassen. Dieses Konzept, das die Woge nach Auswertung einer Studie über Ütterlingsen entwickelt hat, soll nun weiter vorangetrieben werden.

„Wir glauben, dass wir die Siedlung damit ein Stück weit stabilisieren können“, sagte Wöste und nannte einen weiteren Vorteil für die verbleibenden Mieter an der Leipziger Straße: In der engen Bebauung werde auch die Parksituation deutlich verbessert.

Weitere Häuser könnten folgen

Ob mit dem Abriss des fünften und sechsten Mehrfamilienhauses die Neustrukturierung der Siedlung in Ütterlingsen abgeschlossen ist, ließ Ingo Wöste offen. Die Woge reagiere immer schrittweise auf die Anforderungen am Markt. Mit anderen Worten: Sollte sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen dauerhaft erhöhen, wird die Wohnungsgesellschaft entsprechende Maßnahmen ergreifen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Häuser abgerissen werden. Derzeit sind unsere Wohnungen aber gut vermietet“, sagte Wöste.

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