Ütterlingsen Schwerpunkt

Schlimm ist es um die Zufahrt von der B 236 in den Ortsteil Ütterlingsen bestellt.

WERDOHL ▪ Der frost- und schneereiche Winter hat bekanntlich sichtbare und vor allem erhebliche Wunden hinterlassen. Ein großer Teil der Werdohler Gemeindestraßen war erbärmlich; ein Teil ist es auch heute noch. Zwar hatten Arbeitstrupps des Baubetriebshofes seit Beginn der offenen Witterung mit Kaltasphalt kleinere Schlaglöcher versiegelt, doch viel ist liegen geblieben, weil – wegen anderer Aufgaben – die Zeit fehlte oder Reparaturen in größerem Stil erforderlich sind, die durch Fremdfirmen erledigt werden müssen.

Eine Sanierungskommission der Stadt hatte vor den Ferien im Anschluss an eine Begehung festgelegt, wo Straßen-Reparaturarbeiten besonders dringlich sind. Dazu gehört ein Teil der Carl-Diem- und Friedhofstraße sowie der Heideberg in Eveking, der zunächst notdürftig geflickt wurde.

Dazu gehört vor allem aber Ütterlingsen als eindeutiger Schwerpunkt – der Ortsteil, aus dem inzwischen hier und da beklagt wird, man werde von der Stadt stiefmütterlich behandelt. Die Zufahrt von der Bundes- in die Breslauer und zum Teil auch die Danziger Straße (etwa 140 Meter, allerdings nur die Fahrbahn, nicht die Parkboxen) stehen jetzt vor der – dringend notwendigen – Sanierung.

Für die bis hierher genannten Straßen sollen rund 170 000 Euro aus dem sogenannten „Schlaglochtopf“ abfließen. Die Straßenschäden sind vermessen, die Ausschreibung läuft, „und etwa ab Herbst“, so schätzt Bauingenieur Martin Hempel vom Baubetriebshof, „wird mit den Arbeiten begonnen“.

Dass nicht auch die Breslauer Straße nach der Zufahrt von der B 236 in das Programm einbezogen wurde und nur zum Teil geflickt werden soll, liegt daran, dass die Stadtwerke hier demnächst Versorgungsleitungen neu verlegen werden und erst dann an eine Wiederherstellung der Fahrbahn gedacht werden kann.

Der Zustand der in 340 Abschnitte aufgeteilten Werdohler Gemeindestraßen insgesamt bereitet starkes Kopfzerbrechen. In einer Skala von 0 bis 5, so erläuterte Bauingenieur Martin Hempel, gibt es nur ganz wenige, die den Status 0 haben, weil sie komplett neu sind oder erneuert wurden – wie Unterm Bausenberg oder die Freiheitstraße. Allein rund 80 Abschnitte haben von der Kommission die Beurteilung 4 bis 5 erhalten „und sind damit stark sanierungsbedürftig“. Es gibt mithin viel zu tun. „Wir müssen aber sehen, was wir unter finanziellen Gesichtspunkten umsetzen können, wobei auch der Faktor Zeit eine Rolle spielt.“

Wie viel Geld inzwischen aus dem sogenannten „Schlaglochtopf“ abgeflossen sind, ist derzeit schwer überschaubar. Tatsache bleibt: In dem vom Rat im März verabschiedeten Etat 2010 war der ursprünglich eingesetzte Betrag um 100 000 auf 350 000 Euro aufgestockt worden. Aber schon damals wurden Zweifel angemeldet, dass diese Summe reicht. Der Augenschein, so hatte Friedhelm Hermes (FDP) beispielsweise angemerkt, mache Sorge, dass dies nicht der Fall sein werde. Und auch Bürgermeister Siegfried Griebsch hatte eingeräumt, dass der tatsächlich nötige Aufwand höher sein könnte, so dass „noch einmal nachgelegt werden“ müsse.

Abgesehen davon, dass die marode Mittelstraße nach einer Kanalverlegung im September für rund 70 000 Euro wieder hergerichtet werden muss und die Sanierung der Gewerbestraße für etwa 320 000 Euro (beides nicht aus Schlaglochmitteln) begonnen werden soll, dürfte der Winter 2009/2010 die Verantwortlichen auch noch im nächsten Jahr beschäftigen. „Selbst wenn wir mehr Geld zur Verfügung hätten“, so Martin Hempel, „wären alle notwendigen Arbeiten in diesem Jahr zeitlich gesehen nicht umsetzbar.“

Rainer Kanbach

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