Übungen in der Geisterstadt

In Elverlingsen wohnt kein Mensch mehr, dafür ist der verlassene Stadtteil im Besitz der Mark-E jetzt ein attraktives Gebiet für Übungen von Feuerwehr, Polizei und THW. Hier wird das Verhalten bei Geiselnahmen und Hausbränden geübt.

WERDOHL -  Soeben habe die Polizei aus Hattingen angefragt. Die Geisterstadt in Elverlingsen – der letzte Anwohner ist bekanntlich zum Jahresbeginn dort ausgezogen – ist begehrt als Übungsgelände.

Andreas Köster, Pressesprecher der Mark-E, der als Kraftwerks-Betreiber das angrenzende Gelände gehört, verrät: „Wir bekommen regelmäßige Anfragen – von der Feuerwehr, dem THW und auch der Polizei.“ Eine dieser Übungen hat sogar einmal ein Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks begleitet.

Die Anfragen kommen nicht nur aus der näheren Umgebung. So seien laut Köster nicht nur bereits Feuerwehren aus Werdohl, Altena und Neuenrade, aber auch schon aus Iserlohn angereist, um dort unter realistischen Bedingungen Einsätze zu proben. Dann geht es unter anderem Brandlöschungen, Personenrettungen, Katastrophenschutz oder – wenn die Polizei übe – Geiselnahmen und Festnahmen.

„Das Technische Hilfswerk“, weiß der Mark-E-Pressesprecher zu berichten, „kommt zum Beispiel auch mit seinen Hundestaffeln nach Elverlingsen.“ Die Zwei- und Vierbeiner bräuchten Platz für eine umfassende Einsatzübung. Die Bedingungen im Schatten des Kraftwerks seien ideal. Dadurch, dass dort niemand mehr wohne, könnten auch die Häuser von innen für Übungen genutzt werden. Die dauerhafte Straßensperrung der Ortslage Elverlingsen sei zudem hilfreich.

Köster erklärt: „Wir sind vollkommen offen für derartige Anfragen.“ Das Gelände werden unentgeltlich zur Verfügung gestellt. „Wir haben diesbezüglich ja eine klassische Win-Win-Situation. Polizei, Feuerwehr und THW brauchen solche Übungen, um im Ernstfall helfen zu können. Und im Zweifel profitieren wir als Unternehmen ja davon.“

Die Übungen erfolgen zumeist am Wochenende. Das habe allerdings zur Folge, dass die Mark-E die Verpflegung der Übungs-Teilnehmer nicht übernehmen könne, denn die Kraftwerks-Kantine ist am Wochenende geschlossen. Pressesprecher Köster erläutert: „Wir stellen aber unser Freizeitheim zur Verfügung.“ Die Hütte mit Kegelbahn verfüge über eine Küche und im Außenbereich über einen Grill, den die Gäste nutzen könnten.

Von Michael Koll

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