Üble Schlägerei an der Feldstraße kaum zu klären

Werdohl - Eine ganz üble Schlägerei im Bereich Feldstraße beschäftigte jetzt das Amtsgericht Altena.

Der Vorfall ist allerdings schon eine Weile her: In der Nacht zum 7. Juni 2014 begegneten zwei Werdohler (heute 25 und 34 Jahre alt) gegen ein Uhr einer Gruppe von Männern. Möglicherweise trug Alkohol dazu bei, dass diese sehr schnell handgreiflich wurden und brutal zuschlugen und vor allem zutraten. 

Die Folgen waren erheblich: Das jüngere Opfer erlitt einen doppelten Kieferbruch, die Stirnhöhle war gebrochen – bei einer Notoperation mussten dem 25-Jährigen mehrere Platten zur Stabilisierung eingesetzt werden. „Ich war mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt“, sagte er vor Gericht. 

Das ältere Opfer erlitt einen Bruch des Tibiaplateaus, also des oberen Randes eines Schienbeins. Bei einem mit der Keilerei verbundenen Sturz brach er sich außerdem einen Daumen. Auch das reichte schon für einen fünftägigen Krankenhausaufenthalt. „Es waren so viele Schläge – ich kann nicht sagen, von wem.“ 

Täter schwer zu identifizieren

Diese Aussage deutete schon an, dass der oder die Täter nur schwer zu identifizieren waren. Zu der Ausnahmesituation des Angriffs kam tiefe Dunkelheit. „Es war stockduster“, sagte der 34-Jährige, was eine gewisse Verwunderung über die Gepflogenheiten bei der Straßenbeleuchtung in Werdohl auslöste. 

Der Jüngere hatte noch ganz andere Auskünfte zu bieten, die den eher zufällig ausgewählten Angeklagten (21) entlasteten: Er habe ihn im Schwitzkasten gehabt, erinnerte sich der Zeuge. Das schloss aus, dass der 21-Jährige stehend auf die Opfer eintrat. „Dass er das gewesen ist, kann ich mir nicht vorstellen“, sagte der Zeuge.

Warum saß der 21-Jährige dann als Einziger auf der Anklagebank? Er war bei der Schlägerei selbst verletzt worden, blutete aus einer Wunde an der Augenbraue und über die Blutspuren auf der Kleidung des am Boden liegenden Opfers war er eindeutig als jemand identifiziert worden, der mitten im Getümmel gewesen sein musste. 

Schlägerei nicht geklärt

Doch offenbar war er es nicht gewesen, der die brutalen Fußtritte verteilt hatte. Aus diesem Ergebnis der Beweisaufnahme resultierte ein Freispruch. Geklärt war die Schlägerei damit nicht. Doch jene drei der insgesamt 22 geladenen Zeugen, die zur Gruppe der Angreifer gehörten, verweigerten durchweg die Aussage. 

Vor Gericht muss man sich als Zeuge nicht selbst belasten. „Was genau passiert ist, weiß man nicht“, stellte Richter Dirk Reckschmidt fest. Er näherte sich einer Antwort auf die Frage, wer noch dabei war: „Sicherlich die drei Personen, die jetzt noch hinten drin sitzen.“ Ihnen drohen weitere Ermittlungen.

Rubriklistenbild: © dpa

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