Nächtlicher Einsatz in Ütterlingsen

SEK überwältigt 18-Jährigen in Werdohl: Stundenlang Dachpfannen geworfen

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Dienstagfrüh brachten die Dachdecker neue Pfannen auf das Dach. Aus diesem Fenster war der Mann geklettert und hatte fast sieben Stunden lang das Dach abgeräumt.

Werdohl - Ein 18-jähriger Mann unter Drogen sorgte am Montagabend - wie bereits berichtet - in Ütterlingsen für einen stundenlangen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr.

Gegen 18.45 Uhr hatte er seine Cousine angerufen und nach Drogen verlangt, ansonsten springe er vom Dach des Mehrfamilienhauses an der Berliner Straße. Im Minutentakt warf er daraufhin Pfannen vom Dach auf die Straße. SEK-Kräfte aus Köln und Dortmund überwältigten den Mann nach etwa sieben Stunden.

Gegen 1.30 Uhr wollte der leicht Bekleidete in seine Wohnung zurückklettern, dabei wurde er von den Spezialkräften zu Boden gebracht. Ein sicherer Zugriff auf dem Dach sei nicht möglich gewesen, so Polizeisprecher Marcel Dilling auf Nachfrage.

Der Mann sprach wirr in deutscher und polnischer Sprache, die Menschen in der Siedlung saßen draußen und lauschten ihm. Gegen 20 Uhr wurde schließlich die Werdohler Feuerwehr hinzugezogen. Die Einsatzkräfte bauten neben dem Haus der Wohnungsgesellschaft ein Sprungkissen auf.

In einem ruhigen Moment wurde das Kissen unter dem Dachfenster in Position gebracht. Zwei Mann fegten die schon in beachtlicher Zahl heruntergeworfenen Dachpfannen beiseite, in Windeseile wurde das Kissen positioniert. Eine Beamtin in Zivil sprach beruhigend auf den Mann ein.

In einer Ruhephase des 18-Jährigen baute die Feuerwehr in kürzester Zeit das bereits aufgepumpte Sprungkissen vor dem Haus auf. Die Frau ist eine Polizeibeamtin, die im Gespräch auf den jungen Mann einwirkte.

Im weiteren Verlauf der Nacht warf der Mann neben den Dachpfannen auch noch Schieferplatten, eine Gardine und Wasserflaschen in die Tiefe. Die Einsatzkräfte der Polizei, die sich mit deutlich wahrnehmbarem Alarm in Ütterlingsen eingefunden hatten, zogen sich später in den Hintergrund zurück um die Situation zu deeskalieren und den Mann nicht weiter zu beunruhigen.

Nach etwa sieben Stunden gingen dem jungen Mann offensichtlich die Kräfte aus, er muss auch dehydriert gewesen sein. Bei zu Beginn mehr als 30 Grad Lufttemperatur und Sonneneinstrahlung setzte ihm neben den Drogen auch die Witterung zu und er versuchte, zurück in seine Wohnung zu klettern, wo ihn schließlich die Einsatzkräfte zu Boden brachten.

Das Sprungkissen wurde bei dem Einsatz durch die Dachpfannen beschädigt. Ob es repariert werden muss, wird ein Fachmann entscheiden.

Zudem vermisst die Feuerwehr einen großen gelben Unterlegkeil. Das Löschfahrzeug des Löschzuges Stadtmitte war an der Erfurter Straße am linken Straßenrand abgestellt und durch den Unterlegkeil gesichert. 

Wer den Unterlegkeil gesehen hat, möge sich beim Wehrleiter im Rathaus (Tel. 02392/917251) melden. Der Unterlegkeil kann auch mittwochs im Gerätehaus Stadtmitte (Schulstraße) ab 18 Uhr abgegeben werden.

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