1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Überraschung: Neuer Gerätewagen kann früher als gedacht eingesetzt werden

Erstellt:

Von: Volker Heyn

Kommentare

Lars Dittmann demonstriert im Inneren des geräumigen Gerätewagens die Aufnahme eines Löschrucksacks inklusive Leichthelm, mit dem zu Fuß Schläuche bei Waldbränden verlegt werden können. Im Gerätewagen können sich die Einsatzkräfte auch blickgeschützt umziehen.
Lars Dittmann demonstriert im Inneren des geräumigen Gerätewagens die Aufnahme eines Löschrucksacks inklusive Leichthelm, mit dem zu Fuß Schläuche bei Waldbränden verlegt werden können. Im Gerätewagen können sich die Einsatzkräfte auch blickgeschützt umziehen. © Heyn, Volker

Fünf Monate früher als geplant ist der 300 000 Euro teure Gerätewagen Logistik bei der Werdohler Feuerwehr angekommen.

Werdohl – Beim Brand der Härterei Kirchhoff in Dresel war er schon im Einsatz und irgendwann wird er auch noch offiziell übergeben. Hauptbrandmeister Lars Dittmann vom Löschzug Stadtmitte hat die Ausrüstung des Autos weitgehend mitbestimmt und stellt gern die technischen Vorzüge des Fahrzeugs vor.

Der Gerätewagen Logistik wurde 2020 bestellt, das Fahrgestell von MAN/TGM wurde früher als geplant fertig und rutschte in eine Produktionslücke zum weiteren Fahrzeugaufbau bei der Firma Hensel in Waldbrunn. Was hier als ein glücklicher Zufall angesehen werden kann, ist an anderer Stelle ein Ärgernis. Denn der Ersatz für den noch mächtigeren und 30 Jahre alten Rüstwagen wurde ebenfalls Ende 2020 bestellt. Von dem neuen Auto ist aber noch nicht einmal das Fahrgestell produziert, geschweige denn der Aufbau bei Schlingmann. Dittmann: „Der neue Gerätewagen hätte eigentlich vor drei Wochen ausgeliefert werden sollen. Mehr wissen wir auch nicht.“

Zwischen Führerkabine und dem Fahrzeugaufbau ist ein teleskopierbarer Lichtmast montiert.
Zwischen Führerkabine und dem Fahrzeugaufbau ist ein teleskopierbarer Lichtmast montiert. © Heyn, Volker

Der Logistik-Gerätewagen passt nicht in die Feuerwehr-Unterkunft an der Neustadtstraße und wird stattdessen draußen gegenüber der Rettungswache abgestellt. Eigentlich hätte der Gerätewagen in eine Übergangshalle auf dem Parkplatz neben dem Gewerbehof stehen sollen, doch die Angebote für eine Übergangshalle waren utopisch hoch. Jetzt wird an einer anderen Unterstellmöglichkeit gearbeitet, im Winter muss das Einsatzfahrzeug auf jeden Fall in einer Halle geparkt werden.

Mit einem Fahrer und zwei Mann Besatzung ist der neue Gerätewagen standardmäßig unterwegs. Hinter zwei Rollladen befindet sich in schnell zugänglichen Kunststoffkästen die Standardausrüstung für ein Feuerwehrauto. Auf der Ladefläche steht die je nach Einsatzzweck auswechselbare Ausrüstung in Rollcontainern, derzeit ist die Ausrüstung für Waldbrände geladen.

Der Gerätewagen gehört eigentlich in die Garage an der Neustadtstraße, da ist aber kein Platz.
Der Gerätewagen gehört eigentlich in die Garage an der Neustadtstraße, da ist aber kein Platz. © Heyn, Volker

Über die fahrbare Heckklappe lassen sich die Rollcontainer für die verschiedenen Einsatzzwecke bequem austauschen. Im Inneren des Wagens können sich die Kräfte auch einmal umziehen. Dittmann: „Im Auto ist es schöner als im Feuerwehrgerätehaus, vorsichtig gesagt.“ Drei Mal war Dittmann in Waldbrunn bei Würzburg: bei der Angebotsbesprechung im April 2021, bei der Rohbauabnahme im November 2021 und bei der Endabnahme im Februar 2022. „Wir haben wirklich über so gut wie jede Schraube an diesem Fahrzeug gesprochen. Es ist komplett nach unseren Vorstellungen und Wünschen konstruiert worden“, beschreibt Dittmann den hohen Individualisierungsaufwand des Wagens.

Schnell zugänglich sind damit Rettungsrucksack und Feuerlöscher, Hygienestation samt Ölsackständer, Kettensäge mit Schnittschutzkleidung, ausfahrbarer Lichtmast mit 70 000 Lumen, die berühmte Brechstange (Halligan-Tool), natürlich Bolzenschneider, Axt und Hammer und weitere „Kaputtmach-Werkzeuge“, der Laubbläser hilft bei der Straßenreinigung sowie – eine pfiffige Erleichterung – ein Weithalsfass für Ölbindemittel. Ein aufblasbares Schnelleinsatzzelt schützt vor Regen oder Gaffern.

Mit diesen martialisch aussehenden Waldbrandhacken lassen sich auch Äste durchschlagen.
Mit diesen martialisch aussehenden Waldbrandhacken lassen sich auch Äste durchschlagen. © Heyn, Volker

Die geladene Waldbrand-Ausrüstung ist gut durchdacht: 600 Meter leichte D-Leitung können per Rucksack zu Fuß ausgelegt werden. Leichte Helme und leichte Waldbrandhacken gehören zum Set pro Mann. Das mobile Becken fasst 10 000 Liter Wasser. In der Garage stehen weitere Rollwagen: Licht/Strom, Wasserschaden, Tragkraftspritze, Schlauch, Ölspurbeseitigung, Tierrettung, Sonderlöschmittel für Metallbrand und ABC-Pulver sowie Atemschutz.

13 Tonnen wiegt das Fahrzeug auf praktischer Singlebereifung samt Allrad, fünf Tonnen darf der Gerätewagen zuladen, maximal acht Rollwagen passen auf die Ladefläche. Fast alle Feuerwehrleute sind schon in die neue Technik eingewiesen.

Auch interessant

Kommentare