Übergangsheim Deipschlade soll geschlossen werden

+
Weil das Übergangsheim am Deipschlader Weg grundlegend saniert werden müsste, soll es nach dem Willen der Verwaltung zum Ende dieses Jahres geschlossen werden. J

WERDOHL ▪ Die Stadt Werdohl will das Übergangswohnheim für Asylbewerber am Deipschlader Weg 7 zum 1. Januar 2012 aufgeben. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung für den am kommenden Dienstag um 17 Uhr tagenden Sozialausschuss hervor.

Gründe für die Aufgabe des Heimes – dieses verfügt über 27 Zimmer und eine Gesamtfläche von 428 Quadratmeter – seien vor allem die nötigen Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten. „Die Wärmedämmung ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte Gudrun Siebert, stellvertretende Leiterin der Abteilung Soziales und Wohnen bei der Stadt Werdohl, auf Nachfrage unserer Zeitung. So habe im vergangen Winter übermäßig viel Heizmaterial beschafft werden müssen. Zudem sei die Unterkunft in der Vergangenheit nicht mehr voll belegt gewesen.

Die sechsköpfige Familie und die beiden Einzelpersonen, die derzeit noch im Übergangsheim am Deipschlader Weg untergebracht sind, sollen bis zum Ende dieses Jahres in Mietwohnungen umziehen, wie Siebert mitteilte.

Die Verwaltung geht davon aus, dass die eingesparten Kosten für die laufende Unterhaltung des Übergangswohnheimes in etwa der Summe entspricht, die im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes für künftige Mietzahlungen aufgewandt werden muss.

Weil der Betreuungsaufwand in Wohnungen am Anfang höher sei, ist keine Reduzierung des Betreuungspersonals geplant. „Viele Kleinigkeiten, die für die meisten Menschen selbstverständlich sind, wie beispielsweise das Anbringen von Gardinen, müssen beim Umzug vom Übergangsheim in die eigene Wohnung genauer erklärt werden“, berichtet Siebert. Auch bei den ersten Renovierungsarbeiten in den neuen Mietwohnungen benötigten die betroffenen Personen oftmals Hilfe. „Die Aufgabe des Heimes am Deipschlader Weg ist uns nur möglich, weil der Wohnungsmarkt in Werdohl relativ entspannt ist“, erklärt Siebert.

Nachdem im Jahre 2010 bereits die Einrichtung Im Winkel geschlossen wurde, steht zukünftig nur noch das Übergangsheim Osmecke 13 a bis d zur Verfügung. Dieser Gebäudekomplex – hier stehen in 32 Räumen 512 Quadratmeter Wohnraum zu Verfügung – ist derzeit nach Angaben der Verwaltung mit 32 Personen belegt. Zudem werden von der Abteilung Soziales 62 Personen – darunter auch einige Familien – in sozial geförderten Wohnungen betreut, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Die so genannten Notzimmer, die bisher am Deipschlader Weg für besondere Fallkonstellationen vorgehalten wurden, sollen nun im Übergangsheim Osmecke eingerichtet werden, wie die Verwaltung in der Beschlussvorlage für die kommende Ausschusssitzung schreibt. ▪ ute

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare