Überfall auf Obdachlosen

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WERDOHL ▪ Zwei junge Männer aus Werdohl beschäftigen seit März 2010 sowohl das Amtsgericht in Altena als auch das Hagener Landgericht.

Angefangen hatte alles im März vergangenen Jahres, als sich die beiden erstmals in Altena verantworten mussten. Laut Vorwurf hatte das Duo am 24. September 2009 auf einen, vor einer Fabrikhalle in der Altenaer Straße in Werdohl ruhenden Obdachlosen eingetreten und -geschlagen, wobei auch Stöcke zum Einsatz gekommen sein sollen. Vor Gericht bestritten die Angeklagten den Vorwurf. Aufgrund von Zeugenaussagen befand das Gericht die Werdohler trotzdem für schuldig. Es verurteilte den damals 18-Jährigen unter Einbeziehung eines älteren Urteils zu einem Jahr Haft auf Bewährung sowie 100 Sozialstunden und zur Teilnahme an einem Anti-Aggressionstraining. Sein zwei Jahre älterer Kumpel kassierte zehn Monate auf Bewährung und 70 Sozialstunden. Beide legten Berufung ein, und so landete der Fall im Juli vor dem Landgericht Hagen. Dort erschien jedoch nur der ältere Angeklagte. Folge: Die Berufung des Mitangeklagten wurde verworfen, und der Werdohler musste nun als Zeuge aussagen. Abermals beteuerte er, beide hätten sich nur Zigaretten geborgt. Zugeschlagen oder gar getreten hätte sie den damals 70-jährigen, stadtbekannten Werdohler Obdachlosen nicht.

Das Gericht schenkte dem keinen Glauben und verurteilte den Werdohler am 24. August wegen Falschaussage zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung. Erneut entschied der Angeklagte Berufung einzulegen, erneut zog er es vor, zur Berufungsverhandlung nicht zu erscheinen. Und so wurde sein Rechtsmittel gestern verworfen. Damit stehen nun einmal die zwölf Monate für den Überfall und die 14 Monate von der Falschaussage auf seinem Bewährungskonto. ▪ Jana Peuckert

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