Überfall auf Ehepaar in Eveking aufgeklärt

Die Fahndung der Polizei hatte Erfolg. Nach dem Überfall auf das Ehepaar sitzt ein 21-jähriger in Untersuchungshaft.

WERDOHL ▪ Die akribische Ermittlungs- und Fahndungsarbeit der Polizei nach dem Überfall auf ein älteres Ehepaar am 3. Juli in einer Wohnung am Waldschlösschen in Eveking hat sich ausgezahlt. Ein 21-jähriger Mann, der früher in Ütterlingsen gewohnt hat und sich im September nach Gelsenkirchen abgesetzt hatte, wurde festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Nach seinem Komplizen wird noch gefahndet.

Der Raubüberfall ereignete sich – wie seinerzeit berichtet – während des WM-Spiels zwischen Deutschland und Argentinien (4:0). Gegen 16 Uhr hatten damals zwei Täter, die komplett mit Deutschland-Fanartikeln verkleidet waren, an der Tür der beiden Opfer im zweiten Obergeschoss geklingelt und geklopft. Der 74-jährige Ehemann öffnete ahnungslos die Tür, wurde umgeworfen, mit einem Messer bedroht und zur Herausgabe von Bargeld gezwungen.

Die beiden Täter hielten den Mann und seine 72 Jahre alte, völlig verängstigte Ehefrau über eine Stunde in Schach. Sowohl die Wohnung, als auch das vor der Tür stehende Auto der beiden wurden in dieser Zeit nach Bargeld durchsucht. Dabei wurde dem Ehepaar unter Vorhalt des Messers ständig gedroht, man werde beide umbringen. Nach über einer Stunde flüchteten die Täter mit ihrer Beute in unbekannte Richtung.

Ein Zeuge, so teilte Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski am Donnerstag mit, hatte bei einer Grillparty zu Spielbeginn (das erste Tor war gerade gefallen) einen verdächtigen, hellen Personenwagen in Richtung Tatort fahren sehen. Dieses Auto war mit zwei Deutschland-Fans besetzt.

„Nach umfangreichen Ermittlungen wurden bei zeitgleichen Wohnungsdurchsuchungen in Werdohl und Gelsenkirchen zwei dringend Tatverdächtige im Alter von 21 und 26 Jahren vorläufig festgenommen“, so der Polizeisprecher. Aufgrund zahlreicher Indizien sei schließlich der 21-jährige Ex-Ütterlingser und mutmaßliche Rädelsführer in Untersuchungshaft genommen worden. Auf ihn warte nun der Prozess. „Für eine derartig brutale Tat sieht das Gesetz eine hohe Freiheitstrafe vor“, so Boronowski.

Der zunächst auch ins Visier der Polizei geratene 26-Jährige musste auf Grund eines Alibis wieder freigelassen werden. Deshalb laufen die Ermittlungen zum zweiten Täter und auch zur Auffindung der Beute weiter. Dabei handelt es sich um ein Laptop, Schmuckstücke und Sondermünzen (Deutsche Einheit, Olympia, Fürst Bismarck bzw. Fürst Wilhelm, Nennwert 5 DM).

Das geschädigte Ehepaar hat für die Aufklärung dieses Raubüberfalls vom 3. Juli eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei in Lüdenscheid unter 0 23 52/91 990 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Rainer Kanbach

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