Werdohler haben keine Nachwuchsprobleme

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Über 40 Kinder sind am Wochenende als Sternsinger in Werdohl unterwegs. ▪

WERDOHL ▪ „Los, du nimmst den Stern!“, ruft Lennert, der sich gerade mit einem goldenen Umhang schmücken lässt. Auf seinem Kopf prangt ein blauer Turban, den ein funkelnder smaragdähnlicher Kunststein schmückt. Die Sternsinger haben am Sonntag ihren großen Auftritt. Bereits am Mittwoch fanden im katholischen Jugendheim die Kostümproben statt, denn bei 40 mitwirkenden Kindern muss wirklich jede Verkleidung sitzen.

„Nein, Nachwuchsprobleme haben wir in der Tat keine“, bestätigt Claudia Dittrich und freut sich über die enorme Anzahl der jungen Sängerinnen und Sänger. Gemeinsam mit ihrem Mann Uwe sowie Ursula Schlotmann und Monica Sanchez kümmert sie sich in diesem Jahr erneut um die Organisation des Umzuges. „26 Kinder haben von vornherein gesagt, dass sie dabei sein wollen, alle anderen haben dann sehr schnell nachgezogen“, so Dittrich.

Insgesamt neun Gruppen werden am Sonntag durch die Straßen Werdohls pilgern und an circa 100 Haustüren die Segensbitte 20*C+M+B*13 verewigen. „Die Buchstaben stehen für einen lateinischen Segen“, weiß David, „wir bringen den Segen in die Häuser.“ Christus mansionem benedicat, das heißt übersetzt „Christus segne dieses Haus“.

Los geht’s am Sonntag um 13 Uhr, nach dem feierlichen Hochamt und einem gemeinsamen Mittagessen. „Es gibt Bockwürstchen und Brötchen, das mögen die Kinder am liebsten und so starten sie motiviert in den Tag“, schmunzelt Ursula Schlotmann. Auf ihrem Weg durch die Stadt werden die Sternsinger auch die Altenhilfeeinrichtung Wichernhaus, das Seniorenzentrum und das Seniorenheim Forsthaus besuchen. „Von den gespendeten Süßigkeiten dürfen sich die Kinder ein paar aussuchen und selbst essen, den Rest werden wir der Tafel in Werdohl spenden“, erklärt Uwe Dittrich.

Jede Gruppe wird von einem Betreuer begleitet, rund drei Stunden sind sie erfahrungsgemäß unterwegs. Natürlich können die Sternsinger auch immer einen Spendenausweis vorzeigen. Auf den Routen, die Uwe Dittrich herausgearbeitet hat, konzentrieren sich die Sänger aber nicht nur auf den inneren Stadtzirkel, sondern auch auf zum Teil etwas außerhalb gelegene Stadtbezirke, wie Kettling und In der Becke.

Die altbekannten Sternsinger-Lieder haben die meisten Kinder in den Ohren und somit keine Textprobleme. „Wir üben auch selten neue Lieder, schließlich kommt es vor allem darauf an, dass die Kinder gerne und sicher singen können“, so Ursula Schlotmann. Darüber hinaus achte sie darauf, dass die Gruppen stets gemischt seien. Das heißt, dass ältere Sänger aus dem siebten Schuljahr mit jüngeren aus der ersten Klasse zusammen gingen.

Die Haushalte haben sich in den vergangenen Wochen bereits bei der katholischen Kirchengemeinde angemeldet. „Doch viele rufen die Sternsinger auch herbei, wenn sie sie auf der Straße sehen“, weiß Ursula Schlotmann.

Wer sich aber bis jetzt noch nicht angemeldet hat und auf jeden Fall besucht werden möchte, kann sich noch bis Sonntag bei Claudia und Uwe Dittrich unter Tel.: 0 23 92 / 18 28 70 melden. ▪ Friederike Domke

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