Über 3 000 Laubbäume für die Hänge am Kettling

Harte Arbeit hatten und haben die Helferinnen und Helfer in den Steilhängen am Kettling zu verrichten.

WERDOHL ▪ Seit vergangenen Sonntag und noch bis einschließlich kommenden Samstag ist das Bergwaldprojekt nach 2008 und 2009 zum dritten Mal zu Gast in Werdohl. 15 freiwillige Teilnehmer aus ganz Deutschland werden verschiedenste Arbeiten in den Wäldern rund um Werdohl durchführen.

Der Orkan „Kyrill“ hatte 2007 große Flächen im Stadtwald geworfen. Unter Anleitung von Projektförster Bernd Schulze und unter der Regie des städtischen Revierleiters Frank Bossong steht der Arbeitseinsatz erneut ganz im Zeichen der Wiederaufforstung und des Waldumbaus mit standort-heimischen Baumarten.

Schwerpunkt der Arbeiten sind die Hänge am Kettling oberhalb der B 236, wo der Orkan praktisch für einen Kahlschlag gesorgt hatte. Vor zwei Jahren war mit der Wiederaufforstung im unteren Drittel begonnen worden, 2009 folgte der mittlere Teil, jetzt sind die Helfer oberhalb eines großen Holzlagerplatzes in Richtung Brandenberg und Ennest im Einsatz.

Die freiwilligen Helfer des Bergwaldprojektes pflanzen je nach Standort innerhalb dieser Woche 1 675 Rotbuchen, 650 Traubeneichen, 300 Hainbuchen und 450 junge Bergahorn. Auch Eschen und andere Laubhölzer werden in den Boden gesetzt, um die Wälder gegen den bereits begonnen Klimawandel zu stabilisieren und die natürliche Artenvielfalt zu erhöhen. Maßnahmen übrigens, die ganz im Sinne eines vor rund einem Dutzend Jahren gefassten Ratsbeschlusses durchgeführt werden, der bei fälligen Wiederauffrostungsarbeiten die Pflanzung standortgerechter Hölzer zur Verpflichtung macht.

Neben den nach dem Orkan notwendigen Wiederaufforstungsarbeiten (gut 9 000 Bäume werden mit Ablauf des kommenden Samstag innerhalb von drei Jahren gepflanzt worden sein) werden die Projektteilnehmer auch wichtige Pflegemaßnahmen in Jungbeständen durchführen, um das Aufwachsen eines stabilen und gemischten Waldes zu fördern. Hier wird gezielt im Gebiet Ennest gearbeitet.

Ein wichtiges Anliegen dieses jetzt laufenden Einsatzes ist es, den Gedanken der Nachhaltigkeit zu vermitteln. „Wir pflegen unsere Wälder nachhaltig für kommende Generationen“, so der Werdohler Revierleiter Frank Bossong und fügt an: „Die Teilnehmer kommen als Gäste und gehen als Freunde für den Wald.“ Alle erleben den Wald ein paar Tage zum Anfassen und werden ihn am Ende auch mit anderen Augen sehen.

Das Bergwaldprojekt hat mit seinen Einsatzwochen seit der Gründung 1987 bereits über 20 000 Freiwillige für eine Woche in den Wald gebracht. Allein in Deutschland finden dieses Jahr 52 Arbeitswochen an 30 verschiedenen Orten mit über 1 000 Freiwilligen statt. Ziel dieser Aktionen ist es, durch die praktische Arbeit, die in Gruppen unter professioneller Leitung durchgeführt wird, die Situation des Waldes an den konkreten Projektstandorten zu verbessern, die Zusammenhänge in der Natur hautnah zu erleben und die Abhängigkeit von den natürlichen Lebensgrundlagen zu erkennen.

Ob das Bergwaldprojekt auch im kommenden Jahr in Werdohl fortgesetzt wird, hängt nach Darstellung von Frank Bossong von der Zustimmung der Stadt ab. Sie sei Kooperationspartner des Bergwaldprojektes und entscheide in aller Regel jährlich neu. Allerdings „würde ich mir eine Fortsetzung wünschen“, bekennt Frank Bossong.

Der Revierförster bringt zugleich zum Ausdruck, dass er sich den Einsatz der Helfer des Bergwaldprojektes auch an anderen Standorten im Werdohler Stadtgebiet vorstellen könne – dann eventuell im Rahmen einer Naturschutzfunktion.

Rainer Kanbach

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