Kanal an vier Stellen defekt

Übelste Fäkalienüberschwemmung am Riesei: Selbst der Rohrreiniger würgte

Thorsten Lienenkämper in einer der Duschen im Stadion Riesei, die im Mai von einer üblen Fäkalienüberschwemmung heimgesucht wurde. Mittlerweile ist alles wieder sauber und geruchsfrei – bleibt aber erst mal gesperrt.
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Thorsten Lienenkämper in einer der Duschen im Stadion Riesei, die im Mai von einer üblen Fäkalienüberschwemmung heimgesucht wurde. Mittlerweile ist alles wieder sauber und geruchsfrei – bleibt aber erst mal gesperrt.

Es muss sich um eine der stinkendsten und übelsten Fäkalienüberschwemmungen der jüngsten Zeit gehandelt haben, was sich Mitte Mai in den Duschen, Toiletten und Umkleiden im Stadiongebäude abgespielt hatte.

Selbst die professionellen Rohrreiniger hätten ihren Würgereiz nicht unterdrücken können, lassen sich Augen- und Ohrenzeugen nur ungern zitieren.

Am 11. Mai entdeckte jedenfalls Platzwart Thorsten Lienenkämper die Supersauerei. Auf etwa 100 Quadratmeter im ersten Obergeschoss des Gebäudes standen die kompletten sanitären Anlagen und Umkleiden unter mit Fäkalien und Toilettenpapier durchsetzem Abwasser. Der städtische Bauleiter Peter Grau berichtete, dass die Flüssigkeit etwa zehn Zentimeter hoch in allen Räumen gestanden habe. Die unter der Etage liegenden Räume des Stadtsportverbands seien glücklicherweise schadlos geblieben, die Zwischendecke hielt dicht.

Massive Verstopfung

Herbeigerufen wurden Mitarbeiter von der Abwasserbeseitigungsfirma Neumann aus Herscheid und vom Werdohler Sanitärbetrieb Hillbrecht. Das stehende Wasser wurde abgepumpt und nachgespült, Anschlüsse verschlossen. Die Verstopfung durch Rückstau war so massiv, dass der Spülschlauch kaum tief genug ins Rohr hinein reichte. Anschließend wurde Bohrlöcher gesetzt und die Decke durch das Werdohler Unternehmen Kroll professionell getrocknet.

Damit Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Sporttreibende und die Mitarbeitenden des Ifam-Testzentrums aufs Klo können, ist diese Behelfstoilette aufgestellt.

Gegen diese oberirdischen Schäden ist die Stadt versichert, nicht aber gegen das, was unter der Bodenplatte geschah. Die Ursachenforschung ergab, dass der Abwasserkanal des Gebäudes an vier Stellen Schäden aufweist, bevor er in den öffentlichen städtischen Abwasserkanal mündet. An einer Stelle, so Peter Grau, sei der Kanal über zwei Meter Länge komplett eingebrochen, an einer anderen Stelle sind es 1,50 Meter. Derzeit sucht die Stadt einen Handwerksbetrieb, der den Kanal möglichst zügig repariert. Grau: „Wir warten auf ein Angebot zur Wiederherstellung der vier Schadstellen in den Abwasserkanälen. Handwerksbetriebe sind gerade sehr ausgelastet.“

Behelfstoilette aufgestellt

Weil nach Reinigung und Trocknung und trotz Sperrung immer noch Menschen die Anlagen benutzten, wurden die Schließzylinder ausgetauscht. Das ist auf einem Aushang zu lesen. Für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Sporttreibende und die Mitarbeitenden des Ifam-Testzentrums ist eine Behelfstoilette aufgestellt, die täglich gereinigt wird.

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