Korrekte Zeit für Kleinhammer

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Haushandwerker Angelo Köhl hat die Zeiger frisch lackiert und die Achsaufnahme nachgearbeitet. Bald wird die große Uhr wieder die richtige Zeit anzeigen.

Werdohl - So richtig kann sich niemand mehr daran erinnern, wann die Turmuhr von Enders Colsman in Kleinhammer die richtige Zeit angezeigt hat. Mehr als 30 Jahre dürften es schon sein. Jetzt hat Firmenchef Dr.-Ing. Robin Colsman beschlossen, den Turm zu erhalten und die Uhr wieder in Gang zu setzen.

Die Enders Colsman AG ist bekannt für seine Enders-Gasgrills und Heizpilze, es werden aber auch Feuerwehrhelme und Kühler für Dom Perignon-Champagner hergestellt. In Kleinhammer stehen die großen Pressen für die Metallumformung einschließlich Galvanik und Lackiererei. Robin Colsman will so viel es geht von der alten Gebäudesubstanz erhalten. Ein Gebäude ist schon rund 150 Jahre alt.

In den Turm wurde nur für die Uhrsanierung eine mobile Zwischendecke eingebaut. Durch das gläserne Ziffernblatt der Uhr scheint das Sonnenlicht, links im Bild die äußere Abdeckung und die Dichtung.

Eigentlich sollten nur die Fugen des Daches des weithin sichtbaren Turmaufbaus saniert werden. Der Turm ist eigentlich nutzlos, man hätte ihn auch wesentlich kostengünstiger abreißen lassen können. Bei der Sanierung stellte sich heraus, dass das ganze Dach undicht war und erneuert werden musste. Als das Gerüst stand, schien es logisch, auch die elektrisch beleuchtete Turmuhr wieder zum Schlagen zu bringen. Hausmeister und Haushandwerker Angelo Köhl freut sich über die Liebe zum Detail seines Chefs und darüber, dass er sie in die Tat umsetzen kann.

Bei einem Fachhandel für Turmuhren in Bayern fand er ein neues elektrisches Uhrwerk. Auch das defekte Werk war schon elektrifiziert. Das Ziffernblatt besteht aus einer von hinten beleuchteten Glasscheibe. Die neuen Leuchtmittel sind zwar in Glühlampenform, drinnen werkeln allerdings energiesparende und langlebige LEDs. Die Zeiger sollten im originalen Zustand erhalten bleiben. Köhl lackierte sie frisch und passte die Achsaufnahme an das neue Uhrwerk an. Für die Reparatur der Turmuhr musste übrigens in den Turm eine mobile Zwischendecke eingebaut werden. Die Uhr wird auch von außen mit einer Glasscheibe abgedeckt und mit einer Dichtung vor der Witterung geschützt.

Köhl ist ganz angetan vom Blick durch das Achsloch des Ziffernblatts. Von dort aus sieht man ganz Kleinhammer in einer ungewöhnlichen Perspektive. Die Uhr, die jahrzehntelang bei exakt 12.19 Uhr festsaß, wird je nach Witterung in den nächsten Tagen in Betrieb genommen. Dann zeigt sie wieder die korrekte Zeit für Kleinhammer an – und abends sogar mit Beleuchtung.

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