Tunnelüberführung: Freie Fahrt für Radler

Der Fahrrad- und Fußweg (rechts) ist frei, Restarbeiten für den Weg zu den Gleisen erfolgen noch. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Fußgänger und Fahrradfahrer haben sehr lange auf diese Nachricht warten müssen: Ab sofort ist die Tunnelüberführung an der Altenaer Straße im Bereich Kalkofen wieder freigegeben. Restarbeiten sind aber noch zu erledigen.

Schon vor rund einem Jahr hieß es in der Berichterstattung unserer Zeitung zu diesem Thema: „Eine schier unendliche Geschichte scheint sich dem Ende entgegen zu neigen.“ In der Juni-Ratssitzung 2010 hatte Bürgermeister Siegfried Griebsch mitgeteilt, dass er zuversichtlich sei, dass die Neugestaltung und Absicherung der Tunnelüberführung an der Altenaer Straße noch im gleichen Jahr in Angriff genommen werden könne. Dennoch zog es sich bis gestern hin, bevor die Leiterin des Baubetriebshofs, Ingeborg Kurlandt, die Freigabe-Info übermittelte. Die „schier unendliche Geschichte“ wird also beendet.

Rückblickend führt Bau-Fachbereichsleiter Bernd Mitschke das lange Verfahren auf zwei entscheidende Faktoren zurück: das eingesparte Geld und der lange dauernde Abstimmungsprozess mit der Deutschen Bahn.

Zu Punkt eins: Nachdem der alte Weg über den Tunnel wegen Steinschlaggefahr gesperrt wurde, ein Felsabtrag aber ordentlich zu Buche geschlagen hätte, kam die letztlich weit kostengünstigere Lösung ins Spiel. Der städtische Bauingenieur Martin Hempel zeigte auf, dass der Fuß- und Radweg ein Stück vom Fels entfernt angelegt werden kann. Für die Rampenlösung wurde auch Hangabtrag von einer Maßnahme am Eickelsborn genutzt. Insgesamt konnten mit dieser Alternative die zuvor einmal kalkulierten Kosten für die Wiederherstellung des Weges von 120 000 Euro laut dem Bau-Fachbereichsleiter um die Hälfte reduziert werden. Anfüllung statt großflächiger Felssicherung lautete die Formel.

Punkt zwei: Da die Bahn aber weiterhin für den Notfall gerüstet sein wollte und beidseitig des Tunnels ein Zugang aufrecht erhalten werden musste, kam ein zeitaufwändiges Verfahren auf die Stadt zu. Bis Einigkeit mit der Deutschen Bahn hergestellt war, die auf den separaten Zuweg zur Gleisanlage Wert legte, dauerte es. „Das hat viel Zeit gebunden“, erklärt Mitschke diplomatisch. Er verstehe die Interessen der Bahn. Und nun sei im Interesse beider Seiten eine Lösung gefunden worden. „Das begrüßen wir.“ Letztlich sieht er die kostengünstiger Lösung.

Ein Abschluss der Arbeiten ist mit der Freigabe des Weges für Radfahrer und Fußgänger noch nicht verbunden. Unter den anstehenden Restarbeiten fallen die Errichtung eines Fangzauns auf dem neuen Wall und eines Gitters an der Felsnase. „Im Augenblick ist aber für die Sicherheit schon gesorgt.“

Ein Bauzaunfeld, das einen Bereich zu den Gleisen absperrt, steht ebenfalls noch auf der Zu-Erledigen-Liste. Hier muss die bauausführende Firma noch geringfügig bei dem flächig aufgetragenen Gewebematerial, das der Sicherung dient, nachbessern.

Inwiefern der Oberflächenbelag des Weges noch einmal neu in Schuss gebracht werden muss, würde sich zeigen, so der Bau-Fachbereichsleiter. Denn: „Auch die Oberfläche des Belages kann so nicht bleiben.“ Es müsse eine andere Wasserführung her, um Auswaschungen zu verhindern.

Das Schlusswort der „unendlichen Geschichte“ hat Bau-Fachbereichsleiter aber schon parat: „Die Maßnahme wird zu einem guten Ende geführt.“ ▪ Marco Fraune

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