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Projekt Güterverkehr: Tunnel der Ruhr-Sieg-Strecke werden untersucht

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Die Ruhr-Sieg-Bahnstrecke wird im Nahverkehr von Abellio befahren, dazu kommen viele Güterzüge. Ab November wird auch ein Intercity die Strecke befahren. Auf dem Brückenkörper ist kein Platz für den Notfall, falls ein Zug auf dem Viadukt zum Stehen kommt und Passagiere aussteigen müssen.
Ein Güterzug fährt über das Viadukt in Ütterlingsen. Künftig sollen deutlich mehr Güterzüge auf der Ruhr-Sieg-Strecke unterwegs sein. © Volker Heyn

Auch in Werdohl und Plettenberg laufen bereits die Vorarbeiten der Bahn, um die Ruhr-Sieg-Strecke für den Güterverkehr zu optimieren. Um die seit der Sperrung der Rahmedetalbrücke auf der Autobahn 45 staugeplagte Lennetal-Region vom Schwerlastverkehr zu entlasten, ist es bekanntlich der Plan, verstärkt Güter von Hagen bis Siegen – und auch umgekehrt – mit dem Zug zu befördern.

Werdohl/Plettenberg - Dieser sogenannte kombinierte Verkehr lässt sich im Lennetal aber bislang nicht umsetzen. Denn: Auf Güterwaggons verladene Lkw-Anhänger passen nicht durch die Tunnel der Ruhr-Sieg-Strecke. Sie reichen allenfalls für Überseecontainer. Das soll sich ändern und die Profile von zehn Tunneln erweitert werden. Deshalb wurde jüngst in Altena die Beschaffenheit der Felsen am 144 Meter langen Hünengraben-Tunnel erkundet – eine Arbeit, die auch am Tunnel in Nachrodt und am Pragpaul-Tunnel schon abgeschlossen ist.

An den Bahntunneln in Werdohl und Plettenberg hat es ebenfalls bereits Baugrunduntersuchungen gegeben, wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage der Redaktion mitteilte.

Um die insgesamt 241 Kilometer lange Strecke Hagen-Siegen-Hanau für die steigenden Anforderungen an den Güterverkehr auszubauen, plant die Bahn aber nicht nur die Erweiterung der Tunnelprofile. Auch Überholgleise für Güterzüge sollen gebaut werden. Zurzeit läuft dafür die Vorplanung. Dabei werden verschiedene Varianten für die Tunnelprofil-Erweiterung und die kapazitätssteigernden Arbeiten untersucht. Die Baugrunduntersuchungen an den Tunneln gehören dazu.

Die Details: Die zweigleisige Strecke von Hagen über Siegen bis nach Hanau führt durch zehn Tunnel mit einer Gesamtlänge von 4,2 Kilometern. „Ein so komplexes Projekt erfordert eine umfangreiche und zeitintensive Planung zur Erlangung des erforderlichen Baurechts“, erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage.

Kosten und Baustart noch unklar

Deshalb dürfte das Projekt auch kurzfristig für keine Entlastung auf den häufig überfüllten Straßen im Lennetal sorgen, sondern eher mittel- bis langfristig. Denn wann es mit den eigentlichen Bauarbeiten losgeht, ist noch völlig unklar. „Erst wenn alle Planfeststellungsbeschlüsse des Projektes mit Bestandskraft vorliegen, können wir Termine für den Baubeginn und die Inbetriebnahme nennen“, hieß es weiter.

Das gelte auch für die Kosten - die könnten derzeit noch nicht benannt werden. Ob mit den geplanten Baumaßnahmen Einschränkungen für den Personenverkehr auf der Ruhr-Sieg-Strecke, die seit Anfang Februar wieder von der Deutschen Bahn über die Tochter DB Regio bedient wird, verbunden sind, ist damit ebenfalls noch unklar.

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