Türkischer Elternverband feiert 25. Geburtstag

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Ali Akdeniz ist Werdohler – hier beim spontanen Besuch auf dem Brüninghausplatz, wo beim Fototermin Ex-Stadtplaner Wilfried Arlt für einen Plausch stehenblieb.

WERDOHL ▪ Die Förderung der schulischen und außerschulischen Erziehung und Bildung der türkischen Kinder und Jugendlichen hat sich der Türkische Elternverband Werdohl auf die Fahnen geschrieben – und das nunmehr seit 25 Jahren. Am Freitag, 17. Februar feiert der Verein von 18 bis 20 Uhr in der Mensa der Albert-Einstein-Gesamtschule Geburtstag.

„Als in den 80er Jahren klar wurde, dass die türkischen Gastarbeiter in Werdohl eine neue Heimat gefunden haben, waren sie auf Unterstützung angewiesen“, sagt Ali Akdeniz, Vorsitzender des türkischen Elternverbandes. Das türkische Schulsystem habe sich damals deutlich von dem in der Bundesrepublik unterschieden, erklärt Akdeniz. So habe sich Ibrahim Alay im Jahre 1987 entschlossen, den Verein zu gründen. Der bezog zunächst in der Wilhelmstraße Quartier. Regelmäßige Treffen, um den türkischen Eltern Hilfestellung zu geben und Deutsch-Nachhilfe gehörten vor 25 Jahren zu den regelmäßigen Angeboten. Auch die Beratung in Erziehungsfragen und die Durchführung von Veranstaltungen zur Begegnung von deutschen und türkischen Eltern standen auf der Agenda, weiß Akdeniz. Ende der 90er Jahre bezog der türkische Elternverband Räume in der Neustadtstraße im ehemaligen Moschee-Gebäude. Kursangebote wie der Umgang mit dem PC kamen dazu.

„Seit 2002 treffen wir uns vor allem privat“, sagt Akdeniz. Informationsveranstaltungen zum deutschen Schulsystem mit ausgewiesenen Experten boten Akdeniz und seine 15 aktiven Mitstreiter in der Vergangenheit an. „Gemeinsam mit der Diakonie haben wir Deutschkurse und Hausaufgabenhilfe organisiert“, sagt der 47-Jährige. Doch durch das zunehmende Ganztagsangebot in den Schulen, die ebenfalls Sprachförderkurse anbieten, schwinde der Bedarf, wie Akdeniz erklärt.

Mittlerweile hätten sich die Unterstützungsformen geändert. So hat Akdeniz seit vier Jahren die Patenschaft über ein Projekt inne, bei dem Werdohler Obernstufenschüler Grundschülern mit türkischem Migrationshintergrund helfen ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Zudem organisiert der Verein seit einigen Jahren ein Kinderfest im Festsaal Riesei. „Wir sind Mitorganisator der Sauberkeitsoffensive und engagieren uns im Werdohler Integrations-Projekt“, berichtet der Vorsitzende . Auch bei der Berufsorientierungsmesse (Bom) ist der Verein mittlerweile vertreten. Bei dem Projekt „Gebor(g)en in Werdohl“ ist der Verein, der schon vier Patenschaften für Neugeborene übernommen hat, ebenfalls aktiv und ist somit zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben Werdohls geworden. Dennoch liegt noch viel Arbeit vor Akdeniz und seinem Team: „Ziel ist es, dass möglichst alle Kinder mit Migrationshintergrund einen Schulabschluss machen.“ Zur Geburtstagsfeier erwarten er und sein Team Vertreter aus Verwaltung und Politik sowie langjährige Wegbegleiter und Kooperationspartner wie beispielsweise die Kindergärten. ▪ ute

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