Türken ärgern sich über die DKMS

Ali Akdeniz ärgert sich über die Öffentlichkeitsarbeit der DKMS.

WERDOHL - „Wir wollen doch etwas Positives erreichen und kommen meiner Meinung nach so negativ ‘rüber“, ärgert sich Ali Akdeniz vom türkischen Elternverein sichtlich.

Von Volker Heyn

Er und seine Frau Hatice, die auch in verschiedenen türkischen Vereinen tätig ist, sind mit der Öffentlichkeitsarbeit der DKMS nicht zufrieden. Ali und Hatice Akdeniz berichteteten jetzt in der SV-Redaktion, wie sie die Typisierungsaktion sehen und wie sie in dieser Sache über das deutsch-türkische Verhältnis denken.

Wie am Donnerstag berichtet, ist der Termin des 4. Mai für eine Werdohler Typisierungsaktion für drei türkische Geschwister aus Wetzlar schon im Januar konkret geplant worden. Dann gewann die Neuenrader Hilfsaktion für Mika Schnabel eine gewaltige Dynamik. Akdeniz dazu: „Wir haben von Bagnu Yazici von der DKMS in Köln gesagt bekommen, dass sie die Öffentlichkeitsarbeit machen und wir uns zurückhalten sollen.“ Dass die Typisierungsaktion erst jetzt, weniger als zwei Wochen vor dem Termin im Jugend- und Bürgerzentrum, durch die DKMS in der Presse angekündigt wird, macht Akdeniz regelrecht fuchsig. Die türkischen Vereine und die Leute von der Ditib und auch die Mitarbeiter des Wip el ele hätten sich sehr für die Aktion engagiert und dabei ganz auf die Professionalität der DKMS vertraut. „Es stimmt überhaupt nicht, dass wir nur in türkischen Kreisen für die Aktion geworben haben, wie Bagnu Yazici von der DKMS sagt“, so Akdeniz. Er selbst habe mehr als 200 Plakate und Flyer überall in Werdohl verteilt und aufgehängt. Hatice und Ali Akdeniz passt es nicht, dass in dieser Sache zwischen Deutschen und Türken unterschieden wird. Sicher sei es richtig, dass für die Wahrscheinlichkeit einer passenden Spende die genetische Ähnlichkeit eine Rolle spiele. Doch schließlich sei die Knochenmarkspende weder nur für Türken noch für Deutsche, sondern für Menschen.

„Ich glaube nicht, dass sich nur Deutsche für Deutsche und nur Türken für Türken typisieren lassen“, so Akdeniz. Viele Türken hätten bei der Mika-Aktion mitgemacht. Akdeniz will jetzt auch heute und kommenden Freitag in der Moschee über diese Dinge sprechen. Allerdings sei es richtig, dass über die Ditib-Moschee die türkische Bevölkerung besser zu erreichen sei als über die Tageszeitung. Sein Fazit: „Wir müssen alle viel mehr miteinander sprechen.“

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