Trotz drohender Schließung: Neuer Leiter für Realschule wohl gefunden

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Die Realschule in Werdohl. Am Montag im Rat könnte das Aus beschlossen werden.

Werdohl - „Die CDU wird sich mehrheitlich für die Gesamtschule entscheiden. Damit erwarten wir auch im Rat keine Mehrheit für die Weiterführung der Realschule.“ Diese Nachricht schickte Noch-Realschulleiterin Christiane Langs-Blöink am späten Mittwochabend an ihr Kollegium.

Soeben hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann das Abstimmungsverhalten der Christdemokraten am Montag im Rat erklärt. 

Nach ersten direkten Reaktionen von Langs-Blöink und AEG-Schulleiter Sven Stocks auf Ohrmanns Ausführungen hatte sich Mittwoch auch Olivia Schürmann zu Wort gemeldet. Sie ist Vertreterin der Elternpflegschaft der Gesamtschule. Der Schule sei bewusst, dass jetzt möglichst viele Werdohler Eltern ihre Kinder ab 2020 an der Gesamtschule anmelden müssen. Fast unter Tränen sagte sie, dass sie die Eltern nicht verstehen könne, die ihre Kinder in Schulen weit außerhalb Werdohls anmeldeten. Sie entschuldigte sich melodramatisch bei der CDU für diese Eltern. 

Wenig emotionale Erklärung

Wenig emotional war zuvor die mehrseitige Erklärung ausgefallen, die Stefan Ohrmann verlesen hatte. Er schilderte, wie schwierig und ernst die Situation für die Fraktion gewesen sei und immer noch ist. Letztlich könne Kommunalpolitik nur ein Bildungsangebot machen. Ohrmann: „Darüber, welche Schulform in Werdohl auf Dauer existieren wird, entscheiden die Schüler respektive deren Eltern durch ihr Anmeldeverhalten.“ 

Der CDU sei es immer wichtig gewesen, ein möglichst breit gefächertes Bildungsangebot in Werdohl zur Verfügung zu stellen. Bewusst vermieden habe die Fraktion eine ideologische geprägte Entscheidung für oder gegen ein Schulangebot. Hier übte Ohrmann deutliche Kritik an einem Kommentar in dieser Zeitung. Die CDU habe in der Vergangenheit keine Mittel verweigert oder Sperrvermerke allein durchgesetzt. Die meisten schulpolitischen Entscheidungen seien im Rat einvernehmlich mit den anderen Fraktionen getroffen worden. 

Schwierige Meinungsbildung

Ohrmann beschrieb, wie schwierig die Meinungsbildung in der Fraktion gewesen sei, neben emotionalen Beweggründen gebe es für beide Schulformen jeweils eine Vielzahl sachlicher Argumente. Das größte Risiko beim Entscheid pro Gesamtschule sei, dass in Zukunft nicht genügend Anmeldungen für die AEG zusammenkämen. Ohrmann sprach hier von einem mit „großer Unsicherheit behafteten Anmeldeverhalten“. Ob und wie eine Abweichung von der Bezirksregierung geduldet werde, müsse jeder für sich selbst einschätzen. 

In einer Pressemitteilung von Donnerstagnachmittag erklärten die FDP-Ratsmitglieder Alexander Lilienbeck und Friedhelm Hermes, dass sie Montag für den Erhalt der Gesamtschule stimmen werden. 

Kommt Oliver Held aus Altena?

Nach Informationen dieser Zeitung hat sich Oliver Held aus Altena als einziger auf die vakante Leitungsstelle der Realschule beworben. Weder Held noch die Bezirksregierung gaben dazu einen Kommentar ab. Held ist Abteilungsleiter der Klassen 5 bis 7 an der Sekundarschule in Altena. Er ist Ratsherr der Grünen in Altena und leitete mehr als 15 Jahre den Ortsverband.

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