Neues Hochregallager

Trotz Corona: Pumpenspezialist im MK investiert 2 Millionen Euro

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Die Kracht GmbH im Gewerbegebiet Bauckloh erweitert ihr erst 2017 eingeweihtes Logistikzentrum um ein weiteres Hochregallager. Das Unternehmen reagiert damit auf florierende Geschäfte.

Werdohl – Gerade einmal drei Jahre alt ist das neue Logistikzentrum des Werdohler Pumpenherstellers Kracht im Gewerbegebiet Bauckloh, doch es ist schon wieder zu klein geworden.

Jetzt erweitert das Unternehmen sein Hochregellager und baut einen weiteren Kommissionierplatz an – keine Selbstverständlichkeit angesichts der derzeit weltweit angespannten wirtschaftlichen Lage. 

Während sich andere Unternehmen in der durch das Coronavirus ausgelösten Wirtschaftskrise auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und alle nicht unbedingt erforderlichen Investitionen und Ausgaben aufschieben oder gleich ganz streichen, hat sich Kracht für einen anderen Weg entschieden. Das Werdohler Unternehmen investiert rund zwei Millionen Euro in die Erweiterung seines Logistikzentrums und schafft damit die Voraussetzung für langfristiges Wachstum. „Das war allerdings schon seit 2019 geplant“, gibt Karl Müller, Leiter für Einkauf, Materialwirtschaft und Versand, zu verstehen, dass die Idee zur Erweiterung nicht erst in den vergangenen Wochen und Monaten gereift ist. Wie auch, braucht ein solches Projekt doch immer eine gewisse Vorlaufzeit. 

Bauarbeiten haben begonnen

Mittlerweile haben die Bauarbeiten begonnen. An der südöstlichen Seite des Firmenareals, praktisch parallel zur Gewerbestraße, haben Baumaschinen bereits das Baufeld für das neue Hochregallager planiert, das direkt an das 2017 in Betrieb genommene Logistikzentrum angebaut werden soll. „Man wird später kaum einen Unterschied sehen“, versichert Müller, dass das neue Gebäude optisch an das bereits vorhandene angepasst wird. 

In dem Neubau werden 2568 zusätzliche Palettenplätze entstehen. Durch eine Anpassung der Infrastruktur soll zudem der innerbetriebliche Materialfluss weiter optimiert werden. Damit wird Kracht seine Lagerkapazität um rund 50 Prozent erhöhen können. Lagerhaltung gehört zur Unternehmensphilosophie: Schon lange setzt Kracht darauf, ausreichend Halbfabrikate vorrätig zu haben, um innerbetrieblich schneller reagieren zu können als die Wettbewerber und damit die Lieferzeiten zu verkürzen. „Kurze Lieferzeiten sind ein Wettbewerbsvorteil – das hat schon Peter Zahn gewusst“, zitiert Karl Müller den inzwischen verstorbenen Firmenchef. 

Unternehmen verzeichnet enormes Wachstum

Doch warum muss Kracht das fast sechs Millionen Euro teure Logistikzentrum nur drei Jahre nach der Inbetriebnahme schon erweitern? War die Notwendigkeit dieser Kapazitäten nicht absehbar? „Zunächst muss man sagen, dass die Konzeption für das Logistikzentrum schon 2015 entstanden ist“, klärt Müller auf. Und es sei eigentlich auch nicht zu klein dimensioniert gewesen, betont er und spricht davon, dass „mehr als das Doppelte des damals Vorhandenen“ gebaut worden sei. Mittlerweile habe das Unternehmen aber ein enormes Wachstum zu verzeichnen. 

Hinzugekommen sei, dass Kracht im November 2018 sein Werk in Ungarn geschlossen und die Produktion von Budapest nach Werdohl verlagert hat. Somit sei auch die Produktvielfalt am Stammsitz gestiegen. 

1200 Kubikmeter Erde werden ausgehoben

All das erfordert also mehr Platz auch in der Logistik, weshalb nun bald auf dem Kracht-Gelände rund 1200 Kubikmeter Erde ausgehoben und 621 Tonnen Beton verarbeitet werden. Auf diese Fundamente wird in Silobauweise eine 50 mal acht Meter große und 23 Meter hohe Halle gebaut. 

„Ausgeführt werden die Bauarbeiten überwiegend durch regionale Unternehmen“, betont Müller, dass der größte Teil des investierten Geldes im heimischen Wirtschaftskreislauf bleibt. Die technische Ausstattung überlässt Kracht einem auf Materialfluss- und Lagertechnik spezialisierten Logistikunternehmen aus Hamburg. Kracht hat etwa ein Jahr Bauzeit einkalkuliert, damit könnte der Erweiterungsbau im Frühjahr 2021 in Betrieb genommen werden.

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