1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Lenne-Zuflüsse trocknen aus

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Die Lenne fließt durch Werdohl, Fontäne im Bild
Ein idyllisches Bild – und auch unter Wasser ist trotz anhaltender Hitze und Trockenheit alles in Ordnung, heißt es von den Verantwortlichen des Ruhrverbands. © Witt

Während die Wälder an den Ufern der Lenne dringend Regen benötigen, ist der Fluss selbst noch nicht betroffen.

Werdohl – „Die Lenne führt zwar wenig Wasser, aber es reicht noch aus. Die Fische sind bisher nicht beeinträchtigt“, berichtet Roy Schünert, der Vorsitzende des Werdohler Angel-Clubs Petri Heil.

Einen so trockenen Sommer habe er selten erlebt, resümiert Schünert. Doch der große Vorteil der Lenne sei, dass sie von der Biggetalsperre gespeist werde. Dennoch: Auch Schünert würde sich über Regen freuen, denn die anhaltende Trockenheit hat fatale Folgen für die Zuflüsse der Lenne. Einige, wie die Höllmecke, die von Neuenrade ins Werdohler Wilhelmsthal hinunterfließt, haben sich in dünne Rinnsale verwandelt. Auch der Lothmecker Bach, der kurz hinter dem Bereich Kettling an der Bundesstraße 236 in die Lenne mündet, führt nur noch wenig Wasser. „Andere Zuläufe sind inzwischen komplett trocken“, erzählt Schünert – und betont: „Das ist sehr schade. Dort leben viele Kleinfische und auch Jungfische wachsen dort heran.“

Kleinfische und Jungfische in den Zuflüssen sind betroffen

Der Vorsitzende des AC Petri Heil ist überzeugt: „In ein paar Jahren merken wir deshalb, dass es diese lange Trockenperiode gegeben hat.“ Und dass, obwohl auch die Werdohler Angler gegensteuern: Als Mitgliedverein der Interessengemeinschaft der Lennetaler Sportfischer sorgen sie regelmäßig dafür, dass beispielsweise kleine Bachforellen in die Lenne gesetzt werden.

Dass die Wasserqualität der Lenne und somit die Lebewesen im Fluss nicht beeinträchtigt sind, unterstreich auch Markus Rüdel. „Wir konnten bisher keine ökologischen Folgen beobachten“, erklärt der Pressesprecher des Ruhrverbandes. Auch negative Auswirkungen auf den Sauerstoffgehalt des Wassers seien nicht festzustellen.

Auf die Niederschläge im Winter kommt es an

Georg zur Strassen, der beim Ruhrverband für die Überwachung der Talsperren zuständig ist, ergänzt diese Feststellung: „Wir sehen in der Lenne eine Wasserführung, die für diese Jahreszeit keineswegs ungewöhnlich ist.“ Auch der Füllstand der Talsperren sei nicht bedenklich. „Ohne die ergiebigen Regenfälle, die im Februar zu verzeichnen waren, würde das allerdings anders aussehen“, sagt zur Strassen – und erklärt: „Das Spannende sind jeweils die Wintermonate.“ In dieser Zeit entscheide sich, ob es im darauffolgenden Sommer zur Wasserknappheit kommen könne.

Lagebericht


Täglich informiert der Ruhrverband auf www.ruhrverband.de über den Füllstand der acht Talsperren. Am Mittwoch lag dieser bei 71,9 Prozent. Die Gesamtabgabe aller Ruhrverband-Talsperren betrug 16,3 Kubikmeter pro Sekunde, das entspricht etwa einer Wassermenge, die in 90 Badewannen passt.

Auch interessant

Kommentare