Trockener Spott und kesse Konter

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Ursula Hoffmann zeigt hier den musikalischen Teil des Programms. ▪

WERDOHL ▪ Grün & Huth sind zwei Frauen, die voll im Leben stehen – und sie singen darüber – über die Höhen genauso wie über die Tiefen. Ursula Hoffmann-Grünes und Stephanie Huthmacher brachten am Sonntagabend mit dem Programm „Die Dinge des Lebens“ rheinischen Frohsinn ins Kulturforum.

Witzig, neckisch und mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern waren die Anmoderationen ihrer selbst geschriebenen Lieder versehen. Dabei stellten Grün & Huth nicht nur ihre Wortgewandtheit unter Beweis, sondern auch ihr musikalisches Talent. Ihre Rundum-Betrachtung des Lebens begleitete das Duo mit Gitarren, Mandoline, Mundharmonika und allerlei Rhythmusinstrumenten – inhaltliche wie musikalische Abwechslung war garantiert.

Dem Beirat des Kulturvereins Werdohl heute war es gelungen, für das dritte Kulturcafé in diesem Jahr ein Frauen-Duo engagiert zu haben, das seit etwa 30 Jahren gemeinsam Musik macht und sich bereits aus Schülerzeiten kennt. Zu ihrem Humor gehörte es auch, sich gegenseitig nicht zu schonen – trockener Spott traf die eine, während die andere kess konterte. Wer ehrlich zu sich selbst war, konnte sich in dem ein oder anderen Beitrag des abwechslungsreichen Repertoires durchaus wiederfinden – wurden doch kleine Nachbarschafts-Hilfeleistungen ebenso besungen, wie der gute Freund, der sich nach gescheiterten Beziehungen sämtliche Klagen anhört – also ein wahrer „Öd-Zeitüberbrücker“, wie das Duo wissen ließ. Zwar forderten Grün & Huth in erster Linie die weiblichen Zuhörer dazu auf „ihren Liebsten mal mit Kastagnetten am frühen Morgen zu überraschen: Dann ist er wach“, dennoch war der Sadomaso-Tango eher nicht zur Nachahmung empfohlen. Zu den „Dingen des Lebens“ gehört es aber ebenso, „die blonde Tussi“ einmal auszustechen oder „aus dem Schatten des Mannes hervorzutreten“ und einmal im Leben „beliebt, begehrt und die Beste halt“ zu sein. Die Frage des Zusammenziehens sowie die logistische Herausforderung, eine doppelte Haushaltsführung in einer Wohnung unterzubringen, fordert letztlich ihren Tribut, sodass nur noch Entspannung weiterhelfen kann. „Tu' was dir gut tut, ab und zu“, rieten Grün & Huth deshalb ihrem Publikum. ▪ Susanne Riedel

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