Trinkwasser-Preis in Werdohl kreisweit am höchsten

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Werdohl - Im Vergleich zum Märkischen Kreis sind die Preise für Trinkwasser in Werdohl am höchsten.

Die Kosten für Trink- und Abwasser sind in Nordrhein-Westfalen im Vergleich von 2014 bis 2016 gestiegen; auch im Märkischen Kreis haben sich die Kosten für Abwasser im Schnitt im Jahr 2016 um fünf Cent auf 2,98 Euro je Kubikmeter erhöht – der Preis für Trinkwasser ist kreisweit hingegen um einen Cent gesunken. Das teilt Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle mit. 

Werdohl befindet sich hinsichtlich der Kosten für Abwasser nah am Durchschnitt des Kreises. Anders sieht es beim Trinkwasser aus: Mit 2,20 Euro je Kubikmeter schlug Frischwasser im Vergleich zum Märkischen Kreis (1,72 Euro) im Jahr 2016 deutlicher zu Buche – die Kosten für Trinkwasser sind in Werdohl kreisweit am höchsten.

Trinkwasserpreis seit 2010 stabil 

„Wir liegen zwar mit den Kosten über dem Durchschnitt, positiv ist aber, dass der Trinkwasserpreis in Werdohl seit 2010 stabil ist“, sagt Frank Schlutow, Geschäftsführer der Stadtwerke Werdohl. Die Optimierung einiger Produktionsabläufe habe das ermöglicht.

Die höheren Preise – im Vergleich zum Märkischen Kreis – begründet Schlutow vor allem mit zwei Aspekten: Zum einen gebe es in Werdohl keine eigene Wasseraufbereitung. „Wir beziehen unser Wasser zu 100 Prozent aus der Versetalsperre über die Stadtwerke Lüdenscheid – das begründet sich ganz einfach historisch; wir haben hier keine eigenen Vorkommen.“ 

Topografie und Geologie

Darüber hinaus machten sich die Topografie sowie die Geologie deutlich bemerkbar. Das bergige sowie flache Land müsse gleichermaßen versorgt werden: „Drehe ich in den höheren Lagen den Wasserhahn auf, möchte ich den gleichen Druck, wie er im Tal vorhanden ist“, sagt Schlutow. Um das zu schaffen, seien Pumpen nötig, die für den passenden Druck sorgen – sowohl im Tal als auch in den höheren Regionen.

Darüber hinaus sei der felsige Grund teurer – „Wir baggern hier nicht im Sandboden.“ Im flachen Land fielen die Kosten für die Instandsetzung der Anlagen oft geringer aus, sagt Schlutow. Außerdem müssten in Werdohl Zwischenspeicher die dauerhafte Wasserversorgung sicherstellen. 

Kosten für Schmutzwasser 

Mit Kosten in Höhe von 2,98 Euro für Abwasser lag Werdohl im Jahr 2016 mit dem Kreis-Schnitt gleichauf. Wer in diesem Jahr Wasser ins städtische Kanalnetz entsorgt, zahlt einen Cent mehr (wir berichteten). 

Die Kosten für das Schmutzwasser werden über den Frischwasserverbrauch ermittelt, erklärt Ingeborg Kurlandt, Mitarbeiterin der Abteilung Tiefbau der Stadt Werdohl. Zu diesen Kosten zähle kein Niederschlagswasser – dieses wird separat verrechnet. Das geschehe über die Ermittlung versiegelter Flächen; also Dächer oder Balkone, von denen das Wasser mit Zugang zum Kanal abläuft. „Wir bemühen uns, die Kosten gering zu halten“, sagt Kurlandt. Die Kosten für das Schmutzwasser ergäben sich jedoch aus Kalkulationen und dem Verbrauch des Vorjahres – Kanalerneuerungen, Spülungen oder auch mögliche Preiserhöhungen für Strom können sich auf die Kosten niederschlagen.

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