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Trend Solarstrom: Zahl der Anlagen steigt deutlich

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Von: Volker Griese

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Immer mehr Immobilienbesitzer in Werdohl, Neuenrade und Balve lassen sich eine Photovoltaikanlage installieren.
Immer mehr Immobilienbesitzer in Werdohl, Neuenrade und Balve lassen sich eine Photovoltaikanlage installieren. © Marijan Murat

In Werdohl sind in diesem Jahr bereits 40 neue Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen worden. Damit ist jede vierte in Werdohl installierte Anlage im Jahr 2022 ans Netz gegangen. Das geht aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, einem behördlichen Register aller Anlagen und Einheiten im deutschen Energiesystem, hervor.

Werdohl/Neuenrade/Balve ‒ Die seit Jahresbeginn in Werdohl in Betrieb genommenen Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht liefern laut Bundesnetzagentur eine Nettonennleistung von rund 390 Kilowatt. Alle 162 bisher in Werdohl installierten zusammen erbringen eine Nettonennleistung von rund 1665 Kilowatt, der Zuwachs in der Stromerzeugung aus Sonnenkraft beträgt also in diesem Jahr bisher rund 31 Prozent.

Nicht ganz so stark war der Zuwachs an Photovoltaikanlagen in Neuenrade. In der Stadt an der Hönnequelle sind aktuell 357 Anlagen registriert, von denen 42 (11,8 Prozent) in diesem Jahr in Betrieb genommen worden sind. Alle Anlagen zusammen erbringen eine Nettonennleistung von knapp 5995 Kilowatt. Die in diesem Jahr installierten Anlagen bringen es auf 1292 Watt, das entspricht 27,5 Prozent der Leistung aller 357 Anlagen.

In Balve hat die Bundesnetzagentur 458 Photovoltaikanlagen mit einer Nettonennleistung von insgesamt knapp 5980 Kilowatt registriert. In diesem Jahr sind bislang 70 Anlagen (15,3 Prozent) mit einer Nettonennleistung von insgesamt knapp 594 Kilowatt hinzugekommen. Damit ist die Leistung der Anlagen, die Strom aus Sonnenkraft produzieren, in Balve in diesem Jahr um elf Prozent gestiegen.

Aktuell sind vor allem die hohen Energiepreise ein Treiber des Wachstums. Viele Hausbesitzer wollen sich unabhängig machen.

Dr. Tim Rosengart, Geschäftsführer von Selfmade Energy

In allen drei Städten liegt das Wachstum also über dem bundesweiten Durchschnitt aller deutschen Städte (7,7 Prozent). Für Dr. Tim Rosengart, Geschäftsführer des Internetportals Selfmade Energy, auf dem die Preise von Photovoltaikanlagen verglichen werden können, kommt diese Entwicklung nicht überraschend. „Aktuell sind vor allem die hohen Energiepreise ein Treiber des Wachstums. Viele Hausbesitzer wollen sich unabhängig von der weiteren Entwicklung machen“, stellt er fest. An den Anfragen über sein Vergleichsportal könne er feststellen, dass die Entscheidung für eine Solaranlage immer häufiger mit der Anschaffung eines E-Autos oder einer Wärmepumpe zum Heizen verknüpft ist.

Immer mehr Immobilienbesitzer installieren auch nicht nur eine Photovoltaikanlage, um den damit erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen, sondern investieren auch in einen Speicher. Damit können sie dann den tagsüber erzeugten Strom beispielsweise auch nachts oder erst am nächsten Tag selbst nutzen.

In Werdohl werden derzeit 44 Stromspeicher mit einer Gesamtkapazität von 19.830 Kilowattstunden mit Strom gefüllt. Dieser enorme Wert kommt allerdings durch zwei Großspeicher aus Autobatterien zustande, die auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Elverlingsen betrieben und mit überschüssigem Strom aus dem allgemeinen Netz gespeist werden. Dort verfügt die Coulomb GmbH über einen Speicher mit 17.080 Kilowattstunden Nennkapazität und The Mobility House betreibt einen weiteren Autobatteriespeicher mit immerhin 2500 Kilowattstunden.

Doch auch einige Privatleute haben in Werdohl in diesem Jahr in Stromspeicher investiert – wenn auch im Vergleich mit den „Profis“ in Elverlingsen in kleinem Maßstab: Die 16 in diesem Jahr neu installierten Speicher bringen es gemeinsam auf eine Gesamtkapazität von etwas mehr als 115 Kilowattstunden.

In Neuenrade sind der Bundesnetzagentur 71 Stromspeicher bekannt, die zusammen eine Kapazität von 340 Kilowattstunden haben. Allein in diesem Jahr sind 21 Speicher hinzugekommen, die netto rund 124 Kilowattstunden Strom speichern können.

Noch mehr Stromspeicher gibt es in Balve: Dort sind 93 solcher Zellen mit einer Gesamtkapazität (netto) von rund 480 Kilowattstunden registriert. Allein in diesem Jahr ist die Zahl der Stromspeicher in der Hönnestadt um die Hälfte gestiegen: 31 Speicher mit einer Nettokapazität von 220 Kilowattstunden sind neu hinzugekommen.

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