Verfallene Immobilien: Das traurige Ende von Werdohl

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Die Gebäude mit der Adresse Borbecke 5 an der B229 Ortsausgang Werdohl Richtung Lüdenscheid verfallen seit Jahren zusehends. Wenn Teile vom Dach abfallen, wird der Inhaber mit dem Ordnungsrecht konfrontiert.

Werdohl - Wer durchs Versetal Richtung Lüdenscheid fährt, hat sich seit Jahren an den Anblick von Verfall und Zerstörung gewöhnt. Was im Sonnenschein des Frühjahrs gerade noch irgendwie malerisch aussieht, ist in der Realität eine Schande für das Gemeinwesen.

Die Gebäude direkt an der B 229 in der Borbecke werden von ihren Eigentümern in einem erbärmlichen Zustand gehalten. Dort ist das traurige Ende von Werdohl. 

Jüngstes Beispiel ist das Gebäude Borbecke 5. Zwei Häuser direkt an der Bundesstraße stehen schon seit Jahren leer. Die Bushaltestelle direkt vor dem Haus ist ein paar Meter weiter verlegt worden, damit niemand vor der Ruine stehen muss. 

Gefahrenherde beseitigen

In jüngster Zeit hatte ein Busfahrer der MVG bemerkt, wie von der Bruchbude Dachteile herunterhingen. Die von der MVG informierte Werdohler Stadtverwaltung setzte sich mit Hilfe des Ordnungsamtes mit dem Besitzer in Verbindung, damit der die Gefahrenherde beseitigt. 

In der Zeit wurde das Gebäude von der Stadt mit einem Schutzzaun versehen, der jetzt größtenteils wieder weggenommen wurde. Mit dem Besitzer dieser Immobilie versteht sich die Stadt nur im Zuge ordnungsrechtlicher Maßnahmen. Erst nach Androhungen und Weisungen wird der Hausbesitzer aktiv. 

Der Besitzer des nach einem Lkw-Unfall zusammengestürzten Hauses Borbecke 2 will an derselben Stelle neu bauen und lebt solange in Fahrzeugen und Unterschlüpfen auf dem Grundstück.

Die meisten Türen und einige Fenster des Hauses stehen offen, in den Zwischendecken sind Löcher zu sehen, Geschosstreppen stehen auf wackeligen Stützen, das Haus ist eigentlich abbruchreif. Bereits in sich zusammengefallen ist das Haus Borbecke 2 nach einem Lkw-Unfall. 

Der Besitzer lebt in dem Trümmerhaufen in Fahrzeugen und Unterschlüpfen. Durch eine Versicherung wäre der Abtransport des Bauschutts zu bezahlen, auch eine Entschädigung bliebe übrig. Der Bewohner will allerdings an genau der Stelle neu bauen und befürchtet, dass ihm das die Behörden wegen der Lage in einer Kurve direkt an der Bundesstraße nicht erlauben. 

Eigentümer können Besitz verfallen lassen

Bis das für ihn geklärt ist, wird der Anblick der Haustrümmer wohl noch längere Zeit unverändert bleiben. Beiden Eigentümern ist nicht beizukommen, die Privatleute verletzen keine Gesetze oder Bestimmungen. Sie können ihren Besitz nach Belieben verfallen lassen, solange keine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht. 

Die Bushaltestelle Eveking II soll jetzt mit Hilfe der WBG, der Künstlerin Annette Kögel und eines Sponsors neu gestaltet werden.

Im Bemühen um eine Attraktivitätssteigerung des Versetals hat sich die Werdohler Bürgergemeinschaft eingeschaltet. Die WBG fordert ein Konzept für die Aufwertung des Versetals. Bis dahin fangen sie mit eigenen Mitteln an und haben der Stadt angeboten, die Bushaltestelle Eveking II zu verschönern. 

Das Betonwartehäuschen und das nebenstehende Gebäude der Enervie sind über und über mit Graffiti beschmiert. Gemeinsam mit der Künstlerin Annette Kögel und einem helfenden Malerunternehmen soll jetzt zumindest die verkommene Bushaltestelle verschönert werden.

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