Traumhafte Voraussetzung: Werdohler in bester Laune

WERDOHL ▪ Ein Fest von Werdohlern für Werdohler sollte nach den Wünschen von Bürgermeister Siegfried Griebsch am Samstag gefeiert werden – und so sollte es auch kommen. Etwa 50 Aussteller bereicherten die 34. Auflage des Werdohler Stadtfestes mit einem Angebot, das kaum Wünsche offen ließ.

„Die Zahl der Stände ist prima“, freute sich Stadtmarketingmitarbeiterin Susanne Macaluso. „Wäre der Brückentag nicht gewesen, hätten vielleicht sogar noch mehr Teilnehmer verzeichnet werden können“, vermutet sie. „Aber es war sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei“, zeigte sie sich überzeugt.

Mehr Bilder vom Stadtfest

Stadtfest in Werdohl

Entscheidend zum Erfolg mit beigetragen habe in erster Linie natürlich auch das Wetter. „Das hat uns in die Hände gespielt. Die Grundvoraussetzungen können noch so organisiert sein, wenn das Wetter schlecht ist, klappt es nicht“, ist sie überzeugt. Und über Besuchermangel können die Veranstalter wahrlich nicht klagen – auch wenn der ein oder andere Auftritt auf den beiden Bühnen mehr Zuschauer verdient gehabt hätten. Vielleicht war es einigen sogar schon zu heiß – auffallend war, dass in den späteren Nachmittagstunden der Besucherandrang zunahm.

Während in den Abendstunden die Familien allmählich den Heimweg antraten, strömte dafür immer mehr junges Partyvolk in die Innenstadt, um vor den Bühnen auf dem Brüninghaus- sowie dem Alfred-Colsman-Platz mit den Comedians, Musikern und DJs zu feiern. Bis in die frühen Morgenstunden hielten es einige „hartgesottene“ Werdohler auf den Straßen aus und bescherten der Polizei diesmal einen eher ruhigen Dienst. Mussten die Ordnungshüter im vergangenen Jahr noch schwere Ausschreitungen mit massivem Widerstand gegen die Staatsgewalt vermelden, brauchten sie diesmal kaum eingreifen. Lediglich ein paar zu stark betrunkene Partygäste wurden in Gewahrsam genommen. Im Einsatz waren zudem sechs speziell ausgebildete Polizeibeamte, da für die Abendstunden mit einem großen Besucherandrang erwartet worden war.

Im Mittelpunkt der offiziellen Eröffnung des 34. Stadtfestes stand das Jubiläum der Verleihung der Werdohler Stadtrechte. Bürgermeister Siegfried Griebsch erinnerte im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst in der Christuskirche, dass Werdohl natürlich schon viel älter ist als 75 Jahre. „Erstmals urkundlich nachweislich erwähnt wurde Werdohl im Jahr 1101.“ Die Trennung vom Amtsbezirk Neuenrade – damals wurde Werdohl mit Dahle und Ohle über Neuenrade verwaltete, erfolgte zum 1. Juni 1891, wie Griebsch informierte.

In seinem geschichtlichen Abriss blickte er auf die Kriegszeit, den Wiederaufbau sowie das Wirtschaftswunder mit boomender Großindustrie, die große Innenstadtsanierung in den 1970er Jahren als auch auf den Wirtschaftsabschwung mit dem Verlust von 1000 Arbeitsplätzen zurück. „Die finanzielle Lage der Stadt ist zwar desolat, aber nicht die Einstellung der Werdohler“, weiß Griebsch das Engagement seiner Bürger zu schätzen. Ähnlich sieht das auch Landrat Thomas Gemke. „Trotz der schwierigen Finanzlage packen die Werdohler an. Das finde ich gut“, betonte der Gastredner. ▪ sr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare